Ludwigsfeld im Dunkeln: Auf der Suche nach sicherer Busanbindung
In Ludwigsfeld, einem kleinen Stadtteil im Münchner Norden, haben die Bewohner ein Problem, das sie in den letzten Jahren immer mehr beschäftigt. Nachts, wenn die Dunkelheit sich über die Straßen legt, wird der Weg zum Bus zur echten Herausforderung. Wer dort eine Fahrt in die Innenstadt antreten möchte, muss häufig einen langen Fußweg von fast einem halben Kilometer zurücklegen – und das auf schlecht beleuchteten Straßen. Ein Umstand, der nicht nur unbequem, sondern auch unsicher ist.
Der Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl hat nun die Notwendigkeit einer besseren Busanbindung für Ludwigsfeld erkannt. Die aktuelle Situation ist alles andere als ideal. Um von der Innenstadt nach Ludwigsfeld zu gelangen, sind mehrere Umstiege notwendig, die es besonders nachts zu einer echten Geduldsprobe machen. Der Antrag der SPD sieht vor, dass die Buslinie 175 nicht am Campingplatz Nordwest endet, sondern bis zur Karlsfelder Straße weiterfährt – das wäre schon ein Schritt in die richtige Richtung.
Nachts sicher ans Ziel
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die direkte Anbindung zur U2 Feldmoching durch die Buslinie 172. Nadja Klingenburg von der SPD hat es treffend auf den Punkt gebracht: „Es ist einfach nicht akzeptabel, dass man nachts einen ganzen Kilometer durch dunkle Straßen laufen muss, nur um von der 175 auf die 176 zu wechseln.“ Auch Markus Auerbach, ebenfalls von der SPD, hebt hervor, dass die Anbindung für Siedlungen am Stadtrand dringend verbessert werden muss, um die Lebensqualität zu steigern.
Die CSU reagiert ebenfalls auf die Situation und hat einen Antrag gegen die geplante Taktverschlechterung der Buslinien 173 und 175 eingebracht. Künftig sollen diese Busse teilweise nur noch alle 20 Minuten fahren. Christian Zöller von der CSU warnt davor, dass diese Maßnahmen negative Auswirkungen auf die Verkehrswende haben könnten. „Die MVG sieht sich Sparzwängen ausgesetzt, die nicht nur den Busverkehr betreffen, sondern auch den Ausbau der Tram-Westtangente,“ sagt Zöller und weist darauf hin, dass die MVG im letzten Haushalt rund 14 Millionen Euro fehlen.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die Entwicklung von Quartieren, die eine vielfältige Nutzungsmischung und eine fuß- sowie radverkehrsfreundliche Struktur bieten, könnte dazu beitragen, den Verkehr zu reduzieren. Eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ist hierbei von zentraler Bedeutung. Die Charta von Athen, die bereits 1943 von Le Corbusier propagiert wurde, hat uns gelehrt, wie wichtig die Trennung städtischer Funktionen ist. Doch die Realität sieht oft anders aus: Die „autogerechte Stadt“ der 1960er Jahre hat uns mit wachsenden Verkehrsmengen und Luftschadstoffen belastet, was die Wohnqualität in vielen städtischen Gebieten beeinträchtigt hat.
Umso wichtiger ist es, dass wir von der Charta von Athen abkehren und nachhaltige Stadtentwicklungskonzepte verfolgen. Initiativen wie die „Charta von Aalborg“ und die „Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt“ setzen auf eine Stärkung der kompakten europäischen Stadt. Das Ziel? Eine Verringerung der Flächenversiegelung und Zersiedelung, gepaart mit einer Verbesserung der Lebensqualität im öffentlichen Raum. Zudem sollten Städte und Gemeinden mehr Unterstützung von Bund und Ländern erhalten, um diese nachhaltige Entwicklung voranzutreiben.
Es bleibt zu hoffen, dass die Anträge zur Verbesserung des Busverkehrs in Ludwigsfeld nicht nur ein Lippenbekenntnis bleiben, sondern tatsächlich in die Tat umgesetzt werden. Denn was nützt der schönste Stadtteil, wenn man sich nachts nicht sicher und bequem fortbewegen kann? Ein wenig mehr Licht auf den Straßen und eine bessere Anbindung könnte hier Wunder wirken.
