Am 11. Juni 2026, gegen 10:30 Uhr, schlugen die Wellen der Gewalt in einer S-Bahn der Linie S3 zwischen Marienplatz und Isartor hoch. Der Ort, der eigentlich für Pendler und Touristen ein sicherer Hafen sein sollte, wurde zum Schauplatz eines Übergriffs, der einem Vater und seiner dreijährigen Tochter tief im Gedächtnis bleiben wird. Unvermittelt wurde der 48-jährige Mann von hinten gegen den Kopf geschlagen, während er sich um seine kleine Tochter sorgte. Ein Albtraum, der in der alltäglichen Routine eines Münchners nicht vorkommen sollte.
Der Angreifer, ein 37-jähriger Mann, ließ nicht locker. Mehrere Schläge ins Gesicht trafen den Vater, der verzweifelt versuchte, seine Tochter zu beschützen. In einem Moment, der sich wie eine Ewigkeit anfühlte, erkannte der Vater den Angreifer aus früheren Begegnungen und versuchte, sich zur Wehr zu setzen – jedoch ohne Erfolg. Ein 38-jähriger Zeuge sprang ein und konnte die beiden Männer voneinander trennen, was dem Vater zumindest eine kurze Atempause verschaffte. Doch der Angreifer flüchtete schnell in unbekannte Richtung, die Gefahr schien nicht gebannt.
Bedrohung am Telefon
Die Geschichte nahm eine noch schockierendere Wendung, als der 48-Jährige während der Anzeigenaufnahme im Bundespolizeirevier München-Ost einen Anruf vom Angreifer erhielt. „Ich werde dich kriegen!“, drohte der Täter ihm verbal, was die ohnehin schon angespannte Lage weiter verschärfte. Der Vater erlitt leichte Verletzungen und wurde vom Rettungsdienst untersucht, eine weitere ärztliche Abklärung empfehlenswert. Die Bundespolizei hat inzwischen Ermittlungen wegen Körperverletzung und Bedrohung eingeleitet.
Diese Art von Vorfällen ist in unserem schönen München leider nicht neu. Nur wenige Monate zuvor, am 25. Oktober, wurde an der S-Bahn-Haltestelle Laim ein ähnlicher Vorfall gemeldet. Eine Gruppe von etwa sieben Männern griff zwei junge Männer aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck an. Die beiden waren zunächst verbal attackiert worden, bevor sie in eine S-Bahn gedrängt wurden. Dort ging die Gewalt weiter. Der 23-Jährige erlitt Verletzungen im Mundbereich und eine Platzwunde an der Augenbraue, während sein Freund glimpflich davonkam. Nach dem Angriff flohen die Täter, und eine sofortige Fahndung blieb erfolglos – ein besorgniserregendes Zeichen für die Sicherheitslage im öffentlichen Raum.
Wachsende Sorgen um die Sicherheit
Die Sicherheitslage im öffentlichen Personenverkehr macht den Verantwortlichen in München zunehmend Sorgen. Laut neuesten Statistiken ist die Gewaltkriminalität im ÖPNV auf 472 Fälle gestiegen – ein alarmierender Anstieg von 18,9 Prozent! Ein bis zwei Übergriffe täglich sind für die Stadtverwaltung nicht akzeptabel. Der OB-Kandidat Clemens Baumgärtner von der CSU kritisiert, dass „in den letzten fünf Jahren einiges ins Rutschen geraten“ sei. Die Forderung nach mehr Sicherheitskräften an Bahnhöfen und in Zügen wird immer lauter, und es gibt sogar Überlegungen, eine Taskforce zu gründen, um die Sicherheit in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu verbessern.
Die Realität, dass Bahnhöfe und Züge zunehmend zu Orten der Gewalt werden, ist erschütternd. Evelyne Menges, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CSU/FW, hat darauf hingewiesen, dass die steigenden Zahlen von Gewalttaten in Bahnhöfen und Zügen nicht länger ignoriert werden können. Wer sich in der Stadt bewegt, sollte sich sicher fühlen – das ist ein Grundrecht, das nicht verhandelbar sein sollte.
Die Geschehnisse der letzten Tage sind ein eindringlicher Weckruf. München, eine Stadt voller Leben und Kultur, darf nicht zum Schauplatz von Gewalt werden. Es ist an der Zeit, Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit aller Bürger zu gewährleisten, denn jeder hat das Recht, sich in seinem Umfeld sicher zu fühlen.