In den letzten Jahren hat der Krieg in der Ukraine unzählige Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und neue Wege zu beschreiten. Mykyta Tarakanov und Iryna Hlushchenko sind zwei von ihnen. Am 23. Februar 2022 flohen sie aus Kiew, als die russische Invasion begann. Über Nacht und mit einem schweren Herzen begaben sie sich auf eine beschwerliche Reise nach Polen, die sie schließlich bis nach München führte. Hier, in der bayerischen Landeshauptstadt, haben sie nun ein neues Leben begonnen.

Die beiden haben sich in der neuen Umgebung gut eingelebt. Tarakanov, der in der Ukraine als Tätowierer gearbeitet hatte, fand schnell „Guestspots“ in verschiedenen Studios. Hlushchenko, die ursprünglich als Lehrerin tätig war, erlernte das Piercen und Tätowieren. Ihr Traum war es, ein eigenes Tattoostudio zu eröffnen, doch die Suche nach einem geeigneten Standort gestaltete sich als herausfordernd. Erst 2023 fanden sie eine Location in Taufkirchen, die sich jedoch als wenig ideal aufgrund der Distanz zu München erwies. Doch mit Ausdauer und Unterstützung von Familie, Freunden und Kunden konnten sie im Dezember 2025 schließlich ihr Studio „ink.voyage“ in der Dollmannstraße eröffnen. Der Name ihres Studios spiegelt ihre Reise wider und symbolisiert den Neuanfang in Deutschland.

Herausforderungen und Hoffnungen

Trotz der Sicherheit, die ihnen München bietet, vermissen Mykyta und Iryna ihre Heimat und setzen sich aktiv für ihre Freunde und Familie in der Ukraine ein, indem sie finanzielle Unterstützung leisten. Ihre Geschichte ist ein Beispiel für die Herausforderungen, die viele geflüchtete Ukrainer in Deutschland erleben. Laut einer aktuellen Studie über die Arbeitsmarktintegration ukrainischer Geflüchteter beabsichtigen fast die Hälfte, langfristig in Deutschland zu bleiben. Die Integration verläuft dabei schneller als bei früheren Fluchtkohorten, was eine positive Entwicklung darstellt.

Die IAB-BAMF-SOEP-Befragung zeigt, dass rund 50 Prozent der ukrainischen Geflüchteten mittlerweile erwerbstätig sind. Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist für viele, die ab Juni 2022 nach Deutschland kamen, deutlich einfacher geworden. Besonders hervorzuheben ist, dass Männer eine höhere Beschäftigungsquote (64%) aufweisen als Frauen (55%), die aufgrund familiärer Verpflichtungen oft langsamer in den Arbeitsmarkt eintreten. Ein Fünftel der ukrainischen Geflüchteten arbeitet in Berufen, die in Deutschland stark nachgefragt werden, was ihre Chancen auf eine stabile Zukunft erhöht.

Die Bedeutung von Sprachförderung

Ein entscheidender Faktor für die Integration ist die Sprachförderung. Sprachkenntnisse sind nicht nur für die Jobsuche wichtig, sondern auch für den sozialen Kontakt und das Einleben in die neue Umgebung. Das Paar hat bereits Anstrengungen unternommen, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern, was ihnen hilft, sich besser in die Münchner Gemeinschaft zu integrieren.

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Mykyta und Iryna blicken optimistisch in die Zukunft und träumen von einer Rückkehr in die Ukraine, wenn sich die Lage stabilisiert. Bis dahin sind sie voller Elan dabei, ihr Tattoostudio „ink.voyage“ zu einem Ort der Begegnung und Kreativität zu machen, der auch anderen geflüchteten Menschen als Inspiration dienen soll. Ihre Geschichte ist nicht nur eine von Flucht und Neuanfang, sondern auch von Hoffnung und dem unermüdlichen Streben nach einem besseren Leben.