Rheuma ist ein Begriff, der viele Menschen in Deutschland betrifft. Über Millionen leiden hierzulande unter verschiedenen Formen rheumatischer Erkrankungen. Die Symptome sind oft schmerzhaft und können das tägliche Leben stark einschränken. Häufig berichten Betroffene von entzündlichen Gelenkschmerzen, Bewegungseinschränkungen und Gefäßentzündungen. Doch das ist nicht alles: Einige dieser Erkrankungen können auch die Augen angreifen, was zu Schmerzen und Sehminderungen führen kann. Es ist ein Thema, das ernst genommen werden sollte, denn die genauen Zusammenhänge zwischen Rheuma und Augenerkrankungen sind bislang noch nicht vollständig verstanden.

In München haben sich Professorin Gerhild Wildner und Professor Stephan Thurau von der Augen- und Poliklinik des Klinikums der LMU mit diesem Thema intensiv beschäftigt und wurden für ihre herausragende Arbeit mit der Aurel-von-Szily-Medaille ausgezeichnet. Ihre Forschung zeigt auf, dass rheumatische Erkrankungen, obwohl sie oft als körperliche Einschränkungen wahrgenommen werden, auch schwerwiegende ophthalmologische Auswirkungen haben können. Zu den häufigsten Augenproblemen zählen trockene Augen, Entzündungen der Hornhaut und Netzhautschäden, die unbehandelt zu ernsthaften Sehverlusten führen können.

Die verschiedenen Gesichter des Rheumas

Rheuma umfasst mehr als 100 verschiedene Erkrankungen, die in erster Linie den Stütz- und Bewegungsapparat betreffen. Von Morbus Bechterew über Psoriasis-Arthritis bis hin zu rheumatoider Arthritis – die Liste ist lang. Diese Erkrankungen können unterschiedlich verlaufen, von milden Beschwerden bis hin zu starken Einschränkungen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind für alle Formen von Rheuma von entscheidender Bedeutung.

Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass entzündlich-rheumatische Erkrankungen auch die Augen betreffen können. Zu den häufigsten Augenentzündungen gehören Uveitis und Iritis, die oft mit rheumatischen Erkrankungen verbunden sind. Schätzungen zufolge haben etwa 40% der Patienten mit Morbus Bechterew im Laufe ihres Lebens mindestens einmal eine Uveitis erlebt. Diese Entzündung, die die mittlere Augenhaut betrifft, kann unbehandelt zu ernsthaften Sehproblemen oder sogar zur Erblindung führen.

Symptome und Behandlung

Die Symptome einer Augenentzündung sind vielfältig und reichen von Rötungen der Augen über Lichtempfindlichkeit bis hin zu unscharfem Sehen und Schmerzen. Das Sicca-Syndrom, welches durch eine Austrocknung der Augen gekennzeichnet ist, kann ebenfalls erhebliche Beschwerden verursachen. Bei Erkrankungen wie dem Sjögren-Syndrom ist die Gefahr von schweren Entzündungen und sogar Erblindung nicht zu unterschätzen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Behandlung dieser Augenprobleme ist komplex und erfordert oft den Einsatz von entzündungshemmenden Medikamenten, darunter Kortison und Immunsuppressiva. Diese Therapien müssen jedoch sorgfältig überwacht werden, da sie auch Nebenwirkungen wie trockene Augen oder einen erhöhten Augeninnendruck verursachen können. Besonders wichtig ist die enge Zusammenarbeit zwischen Rheumatologen und Augenärzten, um die bestmögliche Versorgung für die Betroffenen sicherzustellen.

Regelmäßige Augenuntersuchungen sind nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder mit juveniler idiopathischer Arthritis von großer Bedeutung. Da Symptome häufig nicht erkennbar sind, können frühzeitige Checks gravierende Schäden verhindern. Die Rheuma-Liga bietet auf ihrer Webseite zahlreiche Informationen und Kontakte zu Fachleuten an, um Betroffenen die Suche nach der richtigen Behandlung zu erleichtern.

Fazit: Rheuma ist eine ernsthafte Erkrankung, die weit über die Gelenke hinausgeht und auch die Augen in Mitleidenschaft ziehen kann. Daher ist es unerlässlich, die Symptome ernst zu nehmen und regelmäßig ärztliche Kontrollen in Anspruch zu nehmen. Denn nur so kann rechtzeitig gehandelt und das Augenlicht geschützt werden.