In Hadern, einem Stadtteil von München, hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Birgit Hainz, Bezirksrätin und Mitglied des Bezirksausschusses, ist ein Beispiel für diese Transformation. Nach einer schweren Infektion musste sie ihr rechtes Bein amputieren lassen. Ein Schicksal, das viele Menschen betrifft, doch Hainz hat daraus eine Mission gemacht. Im Herbst 2025 gründete sie den gemeinnützigen Verein „Leben mit Amputation“, um Menschen mit Amputationen zu unterstützen. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, in Bayern und später bundesweit Hilfe zu leisten.

Die Gründung des Vereins kam nicht von ungefähr. Die Zahl der Amputationen steigt, insbesondere bei Tumorpatienten, Diabetikern und Menschen mit arteriellen Verschlusserkrankungen. Viele Betroffene fühlen sich nach der Amputation allein gelassen. Oft haben sie nur ihren Hausarzt als Ansprechpartner. Prothesen können zwar eine Lösung sein, doch nicht jeder kann sie tragen, und viele kämpfen mit Nervenproblemen an der Amputationsstelle. Birgit Hainz hat diese Herausforderungen erkannt und plant, eine Anlaufstelle zu schaffen, die über eine Selbsthilfegruppe hinausgeht. Ihr Ziel? Die Teilhabe von Amputierten zu fördern und ihnen eine Stimme zu geben.

Gemeinsam stark: Die Kraft der Selbsthilfe

Selbsthilfegruppen bestehen aus Menschen, die ähnliche Probleme oder Erkrankungen teilen. Sie sind ein Ort, an dem gegenseitige Unterstützung großgeschrieben wird. Mitglieder werden „Experten in eigener Sache“ und können sich in einem geschützten Rahmen austauschen. Dabei geht es nicht nur um den Austausch von Informationen und Erfahrungen, sondern auch um die Förderung von Gemeinschaft und Geselligkeit. Die Gruppen bieten eine wichtige Plattform, um über die Herausforderungen der gesundheitlichen und sozialen Versorgung zu sprechen, über familiäre Situationen zu diskutieren oder die Auswirkungen auf Arbeit und Freizeit zu erörtern.

Die geplanten Selbsthilfegruppen von Hainz sollen all das abdecken. Sie wird sich intensiv mit anderen Verbänden austauschen und hat bereits Kontakte zu Experten geknüpft. Die Idee ist, dass die Mitglieder nicht nur über ihre Probleme sprechen, sondern auch gemeinsam lernen und Wissen erwerben. Kooperationen mit Versorgungseinrichtungen und Öffentlichkeitsarbeit werden ebenfalls Teil ihrer Strategie sein. So möchte sie sicherstellen, dass Amputierte nicht nur gehört, sondern auch aktiv in den Dialog einbezogen werden.

Ein Lichtblick für Betroffene

Die psychischen Probleme, die viele Amputierte plagen, sind nicht zu unterschätzen. Depressionen und das Gefühl, sich zurückzuziehen, sind häufige Begleiter. Der Verein „Leben mit Amputation“ könnte hier ein Lichtblick sein. Es gibt nur wenige Kliniken in Deutschland, die als Anlaufstellen für Amputationsbetroffene gelten, und die meisten befinden sich in Städten wie Halle, Hannover oder Hamburg. Hainz will nicht nur eine Anlaufstelle schaffen, sondern auch ein Netzwerk aufbauen, das Betroffene miteinander verbindet. So können sie erfahren, dass sie nicht allein sind, dass es Verständnis und Unterstützung gibt.

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In einer Zeit, in der die Zahl der Amputationen ansteigt und viele Menschen sich in einer schwierigen Situation befinden, ist es umso wichtiger, dass es Initiativen gibt, die sich für die Belange von Amputierten einsetzen. Der Verein könnte ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung sein und eine Plattform bieten, auf der sich Betroffene austauschen und gegenseitig helfen können. Das ist nicht nur wichtig – es ist notwendig. Hainz hat sich auf den Weg gemacht, um eine Stimme für diejenigen zu sein, die oft im Schatten stehen.