Heute ist der 22.04.2026 und im münchner Stadtteil Großhadern tut sich einiges im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs. Der U-Bahnhof Großhadern, der täglich von rund 16.000 Fahrgästen frequentiert wird, ist ein wichtiger Knotenpunkt für viele, insbesondere für die Studenten der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). Nach sechs Jahren der Schließung hat der Kiosk am U-Bahnhof Ende Januar wieder geöffnet. Kioskbetreiber Ali Dosti, 27 Jahre alt, bietet hier Kaffee, Snacks und Tabak an. Montags bis freitags öffnet er um 6:30 Uhr, auch wenn der Verkauf von Fahrscheinen noch nicht erlaubt ist. Eine Butterbrezel gibt es für 2,30 Euro, und bald sollen auch belegte Semmeln das Angebot erweitern.

Der U-Bahnhof Großhadern, der 1993 eröffnet wurde, ist nicht nur für seine knallgelben Säulen bekannt, sondern auch für die geologische Wandbemalung des Künstlers Johannes Klinger. Für die Reisenden stehen an der Station kostenpflichtige Toiletten zur Verfügung, die für 60 Cent genutzt werden können. David Stephenson, ein 76-jähriger Fahrgast, lobt die Barrierefreiheit und das Deutschlandticket, während die Rentnerin Brigitte Seitz gerne mit der U-Bahn fährt und sich an die Zeit vor der U-Bahn erinnert.

Die U6-Verlängerung nach Martinsried

Ein großes Projekt, das die Mobilität in der Region weiter verbessern soll, ist die Verlängerung der U6 nach Martinsried. Diese soll 2027 eröffnet werden und die Baukosten belaufen sich auf stolze 212 Millionen Euro. Der neue U-Bahn-Tunnel wird bis zu 20 Meter unter der Oberfläche verlaufen und wird eine Breite von 17 bis 19 Metern aufweisen. Der U-Bahnhof Martinsried, der sich im Bau auf dem Gemeindegebiet von Planegg befindet, wird der neue südliche Endbahnhof der U6 und ersetzt den bisherigen Endbahnhof Klinikum Großhadern. Er wird hauptsächlich den Forschungs­campus erschließen, einschließlich der Fakultät Biologie der LMU und des Max-Planck-Instituts für Biochemie.

Der Bahnsteig in Martinsried wird 120 Meter lang, etwa 7 Meter unter Gelände und ca. 10,5 Meter breit sein. Am westlichen Ende des Bahnsteigs wird es sowohl eine Fahr- als auch eine Festtreppe sowie einen Lift zum Busbahnhof geben. Am östlichen Ende führen ebenfalls Treppen zur Oberfläche. Der Entwurf des Bahnhofs umfasst Sichtbetonflächen und gelbe Farbakzente, die den Bezug zur Umgebung der Forschungsinstitute herstellen. Tageslicht wird durch verschiedene Öffnungen in der Bauwerksdecke auf den Bahnsteig gelangen, was für ein angenehmes Ambiente sorgt.

Ein Blick in die Vergangenheit und die Zukunft

Die ersten Gespräche zur U-Bahn-Verlängerung fanden bereits 1991 zwischen der Gemeinde Planegg und dem Münchner U-Bahn-Referat statt. Ab 1998 begann die Planung für die Verlängerung von über einem Kilometer. Leider verzögerten Finanzierungsprobleme den Baubeginn bis in die 2020er Jahre, doch der erste Spatenstich fand am 6. Februar 2023 statt. Trotz der Herausforderungen wird nun die Fertigstellung der Strecke für 2027 erwartet, was nicht nur für die Anwohner, sondern auch für die zahlreichen Studierenden und Lehrenden der naturwissenschaftlichen Fakultäten der LMU sowie des Innovations- und Gründerzentrums Biotechnologie Martinsried (IZB) eine bedeutende Erleichterung darstellen wird.

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