Umkehr im Aufstieg: Verantwortung und Risiken in den Bergen
Heute ist der 6.07.2026 und die neue Ausgabe der bergundsteigen, die #135, hat den Schwerpunkt „Umkehr“. Das klingt schon mal spannend, oder? Der Sommer ist da, und mit ihm die Fragen, die sich beim Bergsteigen oft aufdrängen: Wann ist es an der Zeit, den Rückweg anzutreten? Innere Zweifel, das Loslassen – all das wird thematisiert. Es ist bemerkenswert, wie tief diese Fragen in den Köpfen der Bergsteiger verwurzelt sind, besonders wenn man bedenkt, dass Männer oft Schwierigkeiten mit der Umkehr haben. Laut Chefredakteur Gebi Bendler ist die Umkehr eine Einsicht, dass der eingeschlagene Weg nicht mehr tragfähig ist. Ein kluger Gedanke, der in der Natur seinen ganz eigenen Platz findet.
In der aktuellen Ausgabe wird auch das Großglockner-Verfahren beleuchtet. Hierbei geht es um die Führungsverantwortung, die beim Bergsteigen eine enorm wichtige Rolle spielt. Klaus „Nik“ Burger spricht über rechtliche Hürden, die nicht zu unterschätzen sind. Ein tragisches Beispiel zeigt, wie schnell es zu einem Unglück kommen kann: Zwei Gäste sterben in einer Lawine, nachdem sie von einem Bergführer alleine ins Tal geschickt wurden. Das wirft Fragen auf – nicht nur über die Verantwortung von Führern, sondern auch über die Risiken, die wir in den Bergen eingehen. Chris Semmel thematisiert häufige Fehler und Ursachen von Abseilunfällen, während Bruno Hasler über seine zwei Jahrzehnte als Ausbildungsleiter des Schweizer Alpen-Clubs reflektiert. Es ist ein komplexes Thema, das in der Bergsteigerszene viele Diskussionen anregen dürfte.
Die Herausforderungen der Umkehr
Ein besonders interessanter Aspekt ist die Diskussion über die Herausforderungen der Umkehr beim Abseilen. Da denkt man ja oft nicht dran, wenn man euphorisch den Gipfel erklimmt. Aber das Abseilen kann gefährlicher sein als das Aufsteigen. Und während Alex Dechavanne in ihrer Masterarbeit den Einfluss von Handkräften auf Seile untersucht, analysiert Simon Schöpf die Gefahren des Trailrunning-Booms. Man fragt sich, ob die Veranstaltungen den nötigen Sicherheitsstandard einhalten – ein Thema, das nicht nur in den Alpen, sondern überall in den Bergen von Bedeutung ist.
Im Hintergrund schwebt immer die Bedrohung des Klimawandels. Jérémie Gentizon macht klar, dass die Gefahren im Hochgebirge durch den Klimawandel zunehmen. Der tauende Permafrost kann plötzliche und gefährliche Veränderungen verursachen. Das ist nicht nur ein theoretisches Problem; es gibt tatsächlich immer mehr Bergschründe, die vorher nicht vorhanden waren. Diese neuen Hindernisse können den Fortschritt erheblich behindern und die Sicherheit der Bergsteiger gefährden.
Die Verantwortung im Bergsport
Ein weiteres Highlight in der neuen Ausgabe ist die Diskussion über die Ausbildung von Jugendlichen im Alpinklettern. Eva Schilders setzt auf Praxis und aktives Mitwirken, um die nächste Generation für die Herausforderungen und Freuden des Bergsteigens zu begeistern. Christoph Pirchmoser erläutert die Vorteile einer 120-cm-Bandschlinge beim Abseilen, und man merkt, dass auch in der Technik viel Potenzial für Sicherheit steckt.
Es ist faszinierend, wie sich die Bergsteigergemeinschaft mit all diesen Aspekten auseinandersetzt. Von den inneren Kämpfen, die jeder für sich selbst führt, bis hin zu den rechtlichen und sicherheitstechnischen Fragen – jeder Artikel in dieser Ausgabe von bergundsteigen hat etwas zu bieten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Diskussionen entwickeln und welche neuen Erkenntnisse aus den Erfahrungen der Bergsteiger hervorgehen werden.
