In diesen Tagen gibt es in München Grund zum Feiern, auch wenn der Anlass bittersüß ist. Die traditionsreiche Bäckerei Rackl, die seit 1889 in Olching ansässig war und bis zu 35 Filialen betrieb, hat nun das Kapitel Insolvenz aufgeschlagen. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels: Die Backstube Wünsche, eine Tochtergesellschaft von Edeka Südbayern, hat zehn Filialen der insolventen Bäckerei übernommen. Ein echter Lichtblick für die ehemaligen Mitarbeiter!
Die Übernahme bedeutet für rund 80 Rackl-Mitarbeiter nicht nur eine neue Perspektive, sondern auch eine gewisse Sicherheit. Die Integration ins Wünsche-Team ist bereits in vollem Gange, und die Umflaggung der Standorte hat begonnen. Bis Freitag, den 22. Mai, sollen die neuen Geschäfte im Glanz der Backstube Wünsche erstrahlen. Die neuen Filialen befinden sich in Städten wie Olching, Puchheim, Fürstenfeldbruck, Germering, Dachau, Gilching, Pullach und gleich zwei in München. Die meisten dieser Standorte sind alte Bekannte für viele Münchner, und die Aussicht, hier weiterhin frische Brötchen und leckeres Gebäck kaufen zu können, ist mehr als erfreulich.
Ein neuer Anstrich für bewährte Standorte
Der Geschäftsführer Vertrieb von Backstube Wünsche, Alexander Hippach, hat bereits angekündigt, dass die Filialen zukunftsfähig gestaltet werden sollen. Dabei wird das Sortiment an den Wünsche-Standard angepasst und die IT-Systeme auf den neuesten Stand gebracht. Zukünftige Investitionen in Ausstattung und Abläufe sind ebenfalls geplant – das gibt Hoffnung, dass die Standorte nicht nur erhalten, sondern auch aufgewertet werden.
Die Umstellungen haben am 20. Mai begonnen, und die betroffenen Filialen werden für einen Tag geschlossen, um anschließend unter neuem Banner wieder zu eröffnen. So wird die alte Tradition von Rackl nicht ganz in der Versenkung verschwinden, sondern eine neue Heimat finden. Natürlich bleibt die Frage, was mit der Rackl-Mutterbackstube in Olching passiert. Die Berichte über eine mögliche Schließung schwirren durch die Luft, und die Zukunft dort ist ungewiss. Eine traurige Wendung für ein Unternehmen, das über 130 Jahre alt ist und in vierter Generation geführt wurde.
Ein Blick auf die Branche
Diese Entwicklung ist nur einer von vielen Fällen in der Bäckerei-Branche, die seit einiger Zeit mit Herausforderungen kämpft. Insolvenzen wie die von Rackl sind in der heutigen Zeit leider keine Seltenheit. So hat beispielsweise die Biobäckerei Schomaker aus Nordrhein-Westfalen ebenfalls Insolvenz angemeldet, und auch andere Bäckereien kämpfen ums Überleben. Die Branche sieht sich einer Vielzahl von Schwierigkeiten gegenüber, von steigenden Rohstoffpreisen bis hin zum veränderten Verbraucherverhalten.
Doch inmitten dieser Unsicherheiten bleibt der Duft frisch gebackener Brötchen ein Stück Heimat für viele Menschen. Die Hoffnung, dass die neuen Filialen von Backstube Wünsche nicht nur Arbeitsplätze sichern, sondern auch das kulinarische Erbe der Region weitertragen, ist eine schöne Vorstellung. Vielleicht wird diese Übernahme der Anfang von etwas Neuem und Aufregendem – wir halten die Ohren offen!