Neuer Geschmack für die Müllerstraße: Olea bringt griechische Küche ins Glockenbachviertel
Die Gastronomielandschaft im Glockenbachviertel hat einen tiefen Einschnitt erlebt. Die Schaufenster in der Müllerstraße 49 sind seit Langem verdeckt, und das Restaurant Heimwerk, das dort stolze acht Jahre existierte, hat endgültig dicht gemacht. Es ist schon eine Weile her, dass die letzten Gäste die markante Eingangstür passiert haben. Der einst so einladende Platz ist nun Geschichte. Der Gründer, Archibald von Keyserlingk, hat bestätigt, dass eine Wiedereröffnung schlichtweg nicht mehr sinnvoll sei. Was als kleiner Wasserschaden während der Sanierungsarbeiten begann, entpuppte sich als gravierendes Problem, das die Pläne völlig über den Haufen warf.
Ursprünglich war man optimistisch. Nach sechs Monaten wollte man wieder aufmachen. Doch zusätzliche Schäden wurden gefunden, und die Mitarbeiter konnten nicht gehalten werden. Ein trauriges Ende für ein Lokal, das viele Münchner:innen gekannt und geschätzt haben. Während das Kapitel Heimwerk im Glockenbachviertel nun geschlossen ist, bleibt der Standort im Tal die einzige Filiale der Kette. Doch ganz aufgeben will Heimwerk nicht: Der Plan ist, bald wieder mit drei Standorten in München vertreten zu sein. Man sucht nach geeigneten Flächen und expandiert mittlerweile auch außerhalb von München – mit neuen Lokalen in Düsseldorf, Berlin und sogar Leipzig.
Neuer Wind in der Müllerstraße
Aber der Verlust von Heimwerk bedeutet nicht das Ende der gastronomischen Vielfalt in der Müllerstraße. Ein neues Konzept zieht ein – das Restaurant „Olea“. Hier wird griechische Küche serviert, und die Betreiber Julien Becker und seine Freundin Melanie Adamu haben große Pläne. Geplant ist eine Eröffnung ab 9 Uhr morgens. Becker sieht einen klaren Bedarf für einen „richtig guten Griechen mit entspannter Atmosphäre“ im Viertel. Die Idee, moderne Inselküche mit einem hohen Qualitätsanspruch zu verbinden, klingt vielversprechend. Doch bis es wirklich losgeht, steht noch viel Arbeit an. Man darf gespannt sein!
Die Gastronomie in München boomt trotz der Schließungen. Ein aktueller Bericht zeigt, dass es von Januar bis November 2024 in der Stadt 820 Neugründungen gab, während 682 Betriebe schlossen. Der Trend geht also klar in die Richtung, dass junge Wirte bereit sind, Risiken einzugehen und neue gastronomische Konzepte auszuprobieren. Ivo Roznosovi und seine Frau Lenka, die vor drei Jahren das Restaurant „Bohemia“ im Stadtteil Giesing eröffneten, sind ein Beispiel dafür. Mit nur acht Tischen und einer durchgehend ausgebuchten Küche haben sie viel richtig gemacht. Ihre Erfolge zeigen, dass die Münchner:innen bereit sind, Neues zu entdecken, auch wenn die Preise hoch sind. Vielleicht liegt es daran, dass die Stadt weiterhin Zuwachs hat und die Nachfrage nach neuen Essensangeboten nicht nachlässt.
Und so zeigt sich: Auch wenn mit Heimwerk ein geliebtes Restaurant schließt, wächst an anderer Stelle etwas Neues heran. Die kulinarische Landschaft in München bleibt lebendig und vielfältig. Man darf neugierig sein, was die Zukunft für die Müllerstraße und das Glockenbachviertel bereithält.
