Heute ist der 14.06.2026, und in der Maxvorstadt weht ein Hauch von Nostalgie durch die Luft. Der traditionsreiche Laden Suckfüll in der Türkenstraße, ein Ankerpunkt für die Nachbarschaft, steht vor der endgültigen Schließung. Nach 94 Jahren wird dieses Schmuckstück des Einzelhandels Mitte Juli seine Türen für immer schließen – ein Datum, das noch nicht genau festgelegt ist. Der Räumungsverkauf ist bereits im Gange, und viele Stammkunden sind emotional betroffen von der bevorstehenden Schließung. Monika Suckfüll, die Frau des Inhabers, erzählt von den langen Beziehungen, die sich über die Jahre entwickelt haben. Sie spricht von den Handwerksbetrieben, die oft zu ihnen kamen und nun, durch die Baustelle und die fehlenden Parkplätze, abgewandert sind.

Wolfgang Suckfüll selbst beschreibt den Laden als mehr als nur ein Geschäft. Er sieht ihn als eine Art Heimat für die Maxvorstadt, einen Ort, an dem man nicht nur einkauft, sondern auch ins Gespräch kommt. Suckfüll wurde 1932 von Karl Suckfüll gegründet und ist seitdem im Familienbesitz. Doch die Zeiten haben sich geändert. Umsatzrückgänge, steigende Kosten und die Corona-Pandemie haben ihre Spuren hinterlassen. Der Online-Handel hat die Konkurrenz verstärkt, und die Baustelle vor dem Laden, die nun schon über vier Jahre andauert, hat dem Kundenverkehr stark zugesetzt.

Ein Stück Geschichte geht verloren

Die Schließung von Suckfüll bedeutet auch einen Verlust an Geschichte. Wussten Sie, dass Georg Elser hier Schrauben für sein Attentat auf Hitler gekauft haben soll? Ein Ort, an dem Geschichte geschrieben wurde, wird bald nur noch in Erinnerungen weiterleben. Claudia Gries, die seit 32 Jahren im Laden arbeitet, äußert ihre Trauer über das bevorstehende Ende. Es ist nicht nur ein Geschäft, das schließt – es ist ein Teil der Maxvorstadt, der einfach nicht mehr da sein wird.

Die Zukunft des Ladens bleibt ungewiss. Wolfgang Suckfüll hat eine kleine Hoffnung, dass anstelle des Suckfüll eine Buchhandlung einzieht. So könnte zumindest ein kultureller Ankerpunkt erhalten bleiben. In einer Zeit, in der viele Geschäfte schließen, ist es wichtig, solche Orte zu bewahren, die das Leben in der Stadt bereichern.

Wir stehen nun an einem Wendepunkt, an dem wir uns fragen müssen: Was bleibt von unseren Traditionsgeschäften, wenn sie verschwinden? Der Verlust von Suckfüll ist nicht nur ein Verlust für die Maxvorstadt, sondern für die gesamte Stadt München. Es wird schwer werden, einen neuen Ort zu finden, der die gleiche Wärme, die gleichen Geschichten und die gleiche Verbundenheit bietet.

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