Der Weg zur Selbstentdeckung: Blandine L’Hirondels Trailrunning-Abenteuer in den Bergen
Der Zauber der Berge, das Rauschen des Windes und der Herzschlag beim Laufen – das ist Trailrunning. Vor nicht allzu langer Zeit war das Laufen für viele schlichtweg ein Sport, der in der Freizeit betrieben wurde. Doch für einige, wie die beeindruckende Trailrunnerin Blandine L’Hirondel, wurde es zu einer Passion, die nicht nur den Körper, sondern auch den Geist verändert. Sie begann erst mit 26 oder 27 Jahren, nachdem sie Medizin studiert hatte und zuvor keinen Sport betrieben hatte. Ein Abenteuer in Ruanda während ihrer Ausbildung zur Gynäkologin entfachte die Liebe zum Trailrunning. Von null auf 100 Kilometer in nur sechs Monaten – das klingt wie ein Märchen, ist aber die Realität für Blandine.
Ihre Reise führte sie durch Höhen und Tiefen, und nach einem Neuanfang im Training, unterstützt von Hochleistungsathletinnen und einem Coach, entwickelte sie sich über fünf Jahre hinweg zu einer Ultra-Distanz-Läuferin. Zu den härtesten Herausforderungen zählt für sie die Diagonale des Fous – 170 Kilometer mit satten 10.500 Höhenmetern. Da fragt man sich natürlich, wie man sich auf solche Strapazen vorbereitet. Sie verrät, dass die Vorbereitung je nach Rennen variiert und eine Regenerationsphase von etwa einem Monat vor dem Training unerlässlich ist. Ab März oder April wird der Umfang und die Länge des Trainings gesteigert, bevor das Tapering zwei Wochen vor dem Rennen beginnt. Hierbei liegt der Fokus klar auf Erholung.
Den Körper hören und Verletzungen vermeiden
Verletzungen sind ein ständiger Begleiter im Trailrunning – ein Thema, das Blandine nur zu gut kennt. Sie selbst gibt Einsteigern den Rat, ihre Kilometerzahl langsam zu steigern und auf den eigenen Körper zu hören. Das ist nicht nur klug, sondern auch entscheidend, um Verletzungen zu vermeiden. Zu häufige oder zu schnelle Erhöhungen von Intensität und Kilometerzahl – das sind klassische Trainingsfehler, die viele Läufer plagen. Die richtige Laufbiomechanik spielt ebenfalls eine große Rolle. Eine fehlerhafte Ausrichtung in den Beinen oder Hüften kann dazu führen, dass der Spaß am Laufen schnell in Frust umschlägt.
Verletzungen entstehen oft, wenn die körperliche Belastung die Regenerationsfähigkeit übersteigt. Die Forschung zeigt, dass sowohl intrinsische Faktoren (wie die eigene Körpermechanik) als auch extrinsische Faktoren (Trainingsgewohnheiten und das Terrain) eine Rolle spielen. Das richtige Schuhwerk ist ebenfalls ein entscheidender Faktor. Blandine schwört auf ihre Kiprun Kipsummit Race Schuhe und ein Kiprun Hydration Pack, um bei ihren langen Läufen bestens ausgestattet zu sein. Die Wasseraufnahme variiert, beträgt aber in der Regel etwa einen Liter – bei Hitze sogar bis zu 1,5 Liter. Und ja, Anti-Reibungscreme ist ein unverzichtbarer Begleiter, um Wundscheuern zu verhindern!
Die Leidenschaft für die Berge
Was treibt sie an, wenn sie durch die Berglandschaften rennt? Die Freiheit und der Wettkampf, das Gefühl der Abgeschiedenheit und die tiefe Verbundenheit mit der Natur. Diese Aspekte machen das Trailrunning für Blandine nicht nur zu einem Sport, sondern zu einer Lebensart. Es geht nicht nur um die Kilometer, sondern um die Erlebnisse, die man dabei hat. Es ist ein Spiel mit der Intensität – manchmal ist Gehen bei steilen Abschnitten effizienter als Laufen. Das mag komisch klingen, aber es ist wahr. Die Akzeptanz von Schmerz und die Selbstkenntnis sind wichtige Eigenschaften für jeden Trailrunner.
Ultratrailrunning erfordert Ausdauer, Kraft und eine enorme Liebe zu den Bergen. Wer in diese Welt eintauchen möchte, sollte sich nicht nur auf das Training konzentrieren, sondern auch auf die eigene Gesundheit und Regeneration. Ausreichend Schlaf, Flüssigkeitszufuhr und eine ausgewogene Ernährung sind wesentliche Faktoren, die oft vernachlässigt werden, aber entscheidend für die Leistung sind. Ein intelligenter Trainingsplan, der auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist, kann Verletzungen vorbeugen und die Freude am Laufen aufrechterhalten.
In einer Welt, in der viele Läufer mit Knie- und Knöchelschmerzen zu kämpfen haben, ist es unerlässlich, die richtige Laufroutine und einen vernünftigen Trainingszyklus zu finden. Wer auf die eigenen körperlichen Signale achtet und sich genügend Zeit zur Regeneration gönnt, wird langfristig mehr Freude am Trailrunning haben. Und vielleicht, ganz vielleicht, wird der nächste Lauf in den Bergen nicht nur ein Wettkampf, sondern auch eine Reise zu sich selbst.
