Am Münchener Hauptbahnhof tut sich was! Ein Fußgängersteg zwischen dem Starnberger und Holzkirchner Flügelbahnhof ist in Planung. Wer jetzt denkt, das klingt nach einer schnöden Bauvorhaben, der irrt gewaltig. Schon vor über zehn Jahren kam die Idee von Pro Bahn ins Spiel, und seitdem hat sich einiges getan – oder auch nicht. Aktuell liegt nur eine vage Machbarkeitsstudie vor, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt! 2019 gab’s immerhin einen Förderbescheid über 265.000 Euro vom damaligen bayerischen Verkehrsminister Hans Reichhart, um die Planung voranzutreiben.
Der Grünen-Verkehrspolitiker Markus Büchler hat sich stark für den Bau des Stegs eingesetzt und fordert, dass dieses Vorhaben im Bundesverkehrswegeplan als vordringlich eingestuft wird. Der Steg soll stolze 210 Meter lang sein und das Gleisfeld außerhalb der Haupthalle überspannen. Dazu kommen Treppen und Rolltreppen zu jedem Bahnsteig zwischen Gleis 11 und 26, sowie 15 Aufzüge. Na, da sind wir doch mal gespannt! Ein Rolltreppenverzicht an den schmaleren Bahnsteigen am Starnberger Flügelbahnhof tut zwar ein bisschen weh, aber die Treppenbreite von 1,60 Metern klingt doch ganz ordentlich. Die Planung soll im September 2028 vorliegen – bis dahin ist es zwar noch ein bisschen hin, aber man kann ja schon mal anfangen, sich darauf zu freuen!
Barrierefreiheit im Fokus
Ein ganz wichtiger Punkt dabei ist die Barrierefreiheit. Am Hauptbahnhof ist bereits einiges vorhanden: Eine Rampe und ebenerdige Zugänge machen es für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen leichter. Auch das Parken ist barrierefrei möglich, immerhin drei Plätze stehen zur Verfügung. Der Bahnhof hat zudem eine gute Verkehrsanbindung: S-Bahnen von S1 bis S8, U-Bahnen und sogar Tram- und Busverbindungen bringen die Reisenden schnell ans Ziel. Die Aufzüge und das barrierefreie WC sind da ein weiterer Pluspunkt, die Nutzer können sich auf einen reibungslosen Ablauf verlassen.
Das barrierefreie WC im Zwischengeschoss und weitere Einrichtungen wie die Bahnhofsmission bei Gleis 11 sind 24/7 zugänglich. So wird dafür gesorgt, dass jeder die nötige Unterstützung erhält – und das kostenlos! Um das Ganze noch angenehmer zu gestalten, gibt’s taktile Leitlinien und Induktionsanlagen, die für blinde und sehbehinderte Menschen wichtig sind. Hier wird die Inklusion tatsächlich gelebt.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Der geplante Steg ist nicht nur ein praktisches Bauwerk, sondern auch ein Zeichen für die Wichtigkeit der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Denn die Gesellschaft wird älter und die Bedürfnisse der Menschen ändern sich. Die Normen zur Barrierefreiheit, wie die 2014 veröffentlichte DIN 18040, helfen dabei, Straßenräume und öffentliche Verkehrsmittel so zu gestalten, dass alle Menschen, unabhängig von Alter oder Handicap, selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
Für die Städte und Gemeinden in Bayern ist es eine große Herausforderung, diese Barrieren abzubauen – besonders in historischen Stadtbereichen. Doch mit der richtigen Unterstützung und Planung kann so vieles erreicht werden. Das Konzept des Zwei-Sinne-Prinzips, das Informationen über mehrere Sinne vermittelt, ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man die Zugänglichkeit für alle verbessern kann. Das freut nicht nur die Betroffenen, sondern bereichert die gesamte Gesellschaft.
Jeder kleine Schritt in diese Richtung zählt und der Fußgängersteg am Hauptbahnhof könnte ein weiterer wichtiger Meilenstein sein. Denn am Ende des Tages wollen wir doch alle nur eines: Unbeschwert unterwegs sein und die Stadt genießen!