Am 6. Juni 2026 fand auf der Sportanlage des TSV Moosach-Hartmannshofen ein ganz besonderes Gedenkturnier statt, das an die neun Opfer des rechtsterroristischen Anschlags vom 22. Juli 2016 am Olympia-Einkaufszentrum erinnerte. Der Tag war geprägt von Emotionen, Gemeinschaft und einem starken Zeichen gegen das Vergessen. Es war das zweite Mal, dass dieses Turnier organisiert wurde, und die Atmosphäre war eine Mischung aus Trauer und Hoffnung, aus Gedenken und Feier. Die Teilnehmer, darunter 16 Teams der Initiative „München Erinnern“, trafen sich, um den Opfern zu huldigen und die verbindende Kraft des Sports zu zelebrieren.
Hasan Leyla, der Vater von Can Leyla, stand mit dem Mikrofon in der Hand auf dem Kunstrasen, als er die Eröffnungsrede hielt. Ein bewegender Moment, gefolgt von einer Schweigeminute, die die Anwesenden tief berührte. Leyla und seine Frau Sibel setzen sich unermüdlich dafür ein, das Bewusstsein für die schrecklichen Taten zu schärfen und das Narrativ des Amoklaufs zu entkräften. Es ist ihnen ein Anliegen, die rassistischen Motive des Täters sichtbarer zu machen. Der Täter, ein Mitglied rechtsradikaler Chatgruppen, hatte ein Manifest verfasst, das die Auslöschung bestimmter Menschengruppen propagierte. Das Turnier war also nicht nur ein sportlicher Wettkampf, sondern auch eine klare Botschaft: Wir vergessen nicht!
Die Kraft des Fußballs und der Gemeinschaft
Das Turnier war ein Fest des Fußballs, und der Sport spielte eine zentrale Rolle im Leben der Opfer. Can Leyla und Guiliano Kollmann, einer der weiteren Opfer, waren leidenschaftliche Fußballer. Die Teams traten mit voller Hingabe an, und das Team „OEZ Erinnern“ trat als Titelverteidiger an, ohne Torwart, um Kollmann zu ehren. Es war ein Tag voller Freude, mit Grill, Kuchen und einer Tombola, die die Gemeinschaft zusammenbrachte. Auch wenn das Ergebnis nicht im Vordergrund stand, konnte das Team am Ende des Turniers einen ersten Sieg feiern, was die Herzen der Teilnehmer höherschlagen ließ.
Die Veranstaltung brachte Menschen aus verschiedenen Bereichen zusammen – sportliche Vereine, Gewerkschaften und politische Initiativen – die alle ein gemeinsames Ziel verfolgten: das Gedenken an die Opfer und das Eintreten für eine offene Gesellschaft. „Die Anerkennung und Teilhabe sind wichtiger als der Sieg“, betonte Leyla, der damit den Fokus auf das Miteinander und den Austausch lenkte. Es war mehr als nur ein Turnier; es war eine Plattform für Dialog und Solidarität.
Ein Blick in die Zukunft
Bereits jetzt stehen weitere Veranstaltungen zum zehnten Jahrestag des Attentats in den Startlöchern. Am 22. Juli 2026 um 17:30 Uhr wird es ein offizielles Gedenken am OEZ geben, gefolgt von einer großen Demonstration am 19. Juli 2026 um 14:00 Uhr am Gärtnerplatz unter dem Motto „Zehn Jahre offene Fragen: München OEZ erinnern!“. Hasan Leyla und seine Mitstreiter hoffen, dass diese Ereignisse dazu beitragen, das Bewusstsein für die schrecklichen Taten zu schärfen und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten.
Es sind Tage wie diese, die zeigen, wie wichtig es ist, zusammenzukommen, um zu gedenken, zu feiern und sich für eine bessere Zukunft stark zu machen. Das Gedenkturnier ist ein lebendiger Ausdruck des Zusammenhalts und ein Zeichen, dass wir die Opfer nie vergessen werden.