Heute ist der 27.04.2026 und in München steht eine spannende politische Wende bevor. Am Montagvormittag haben die Grünen und die SPD über mögliche Koalitionsoptionen diskutiert. Das Ergebnis: Eine Ampelkoalition mit der SPD, FDP und den Freien Wählern (FW) wurde beschlossen. Der künftige Oberbürgermeister Dominik Krause von den Grünen kündigte an, dass die Koalitionsgespräche rasch beginnen sollen, um ein gemeinsames Programm zu erarbeiten.
Mit insgesamt 43 Stimmen im Stadtrat, wovon 42 auf die neue Koalition entfallen, haben die Parteien eine solide Mehrheit. Ziel ist es, bis zur konstituierenden Sitzung am 11. Mai ein gemeinsames Programm zu präsentieren. In den Sondierungen wurden bereits wichtige Themen wie soziale Gerechtigkeit, bezahlbares Wohnen, Mieterschutz und gute Arbeit angesprochen, die besonders von der SPD vorangetrieben werden.
Die Herausforderungen der Koalition
Die inhaltlichen Knackpunkte der Gespräche drehen sich insbesondere um das Thema Wohnen. Die Grünen hatten im Wahlkampf versprochen, 50.000 neue Wohnungen zu schaffen, doch es regt sich Widerstand gegen die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM). Krause und seine Koalitionspartner möchten die Herausforderungen in der Wohnungsfrage angehen und gleichzeitig die Sichtbarkeit von Grünflächen stärken. So sollen beispielsweise mindestens drei Bäume aus jeder Wohnung sichtbar sein, und 30% des Stadtgebiets sollen beschattet werden.
Die Rosa Liste äußerte dabei Misstrauen gegenüber den Freien Wählern, hofft jedoch auf Fortschritte in der Queerpolitik. FDP und Freie Wähler hingegen freuen sich über die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und haben bereits signalisiert, dass sie konstruktive Beiträge leisten möchten. Die CSU, die in der Opposition sitzt, wurde für ihre konstruktiven Gespräche gedankt und erhält ein Vorschlagsrecht für Referentenposten, was eine Zusammenarbeit in loser Form anzeigt.
Der neue Oberbürgermeister und seine Ziele
Dominik Krause zieht am 1. Mai offiziell ins Amt, wird jedoch erst am darauffolgenden Montag in sein neues Büro im Rathaus umziehen. Der amtierende Oberbürgermeister Dieter Reiter von der SPD hat sich aufgrund einer Erkrankung krankgemeldet und befindet sich im Urlaub. In einem schriftlichen Abschiedsbrief betont Reiter, dass es ihm eine Ehre war, zwölf Jahre Oberbürgermeister zu sein.
Krause möchte in seiner Amtszeit möglichst viele Punkte des Grünen-Wahlprogramms umsetzen, darunter auch Maßnahmen zur Anpassung an die Klimaerwärmung. Dazu gehören der Ausbau der Geothermie, Anreize für Balkonkraftwerke und die Umsetzung eines weiteren Windrads. Der öffentliche Nahverkehr soll durch neue Tramstrecken und Buslinien gestärkt werden, während gleichzeitig mehr Platz für Fahrräder geschaffen wird.
Insgesamt zeigen die Verhandlungen, dass trotz der fragmentierten Parteienlandschaft im Münchner Stadtrat, die durch neun Parteien geprägt ist, tragfähige Schnittmengen in zentralen politischen Fragen ermittelt werden konnten. Mit einem gemeinsamen Programm und dem richtigen Willen zur Zusammenarbeit könnte München in den kommenden Jahren neue Wege beschreiten und Herausforderungen meistern.