In Neuhausen-Nymphenburg brodelt es, und zwar nicht nur wegen der frischen Brezen aus der Bäckerei um die Ecke. Die Galeria-Filiale am Rotkreuzplatz steht vor der Schließung, und das sorgt für reichlich Unruhe im Stadtteil. Der Bezirksausschuss hat sich einstimmig für den Erhalt der Filiale ausgesprochen. Man appelliert an die Betreiber, den Grundstückseigentümer und sogar an den Oberbürgermeister. Die Situation ist ernst, denn hier hängen rund 80 Arbeitsplätze in der Luft, und die Mitarbeiter machen sich Sorgen, dass sie bald auf der Straße stehen könnten.
Auf dem Rotkreuzplatz wird am Samstag, 9. Mai, eine Kundgebung organisiert, die von der SPD ins Leben gerufen wurde. Jörn Retterath, der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, hebt die zentrale Bedeutung der Filiale für den Stadtbezirk und den umliegenden Einzelhandel hervor. Es ist nicht nur ein Geschäft, sondern ein Teil des sozialen und wirtschaftlichen Lebens der Nachbarschaft. Eine Petition zum Erhalt der Filiale hat bereits rund 2000 Unterschriften gesammelt – ein starkes Zeichen von der Gemeinschaft!
Ein Blick hinter die Kulissen
Die finanziellen Probleme von Galeria sind kein Einzelfall. Die gesamte Branche kämpft mit den Folgen der COVID-19-Pandemie und weiteren Krisen, die den Einzelhandel und die Innenstädte stark belasten. Immer mehr Menschen bestellen online und der stationäre Handel sieht sich mit Umsatzverlusten konfrontiert. Das gefährdet nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch die Zukunftsfähigkeit innerstädtischer Nutzungen. Die aktuelle ExWoSt-Studie hat empirische Ergebnisse zusammengefasst und Handlungsempfehlungen für die Innenstadtentwicklung erarbeitet.
Der FDP-Politiker Felix Meyer hat eine interessante Perspektive eingebracht: Sollte das Kaufhaus tatsächlich nicht erhalten bleiben können, fordert er einen Plan für die Neubaugestaltung. Es wäre schade, wenn ein so zentraler Ort verloren ginge, ohne dass eine zukunftsträchtige Lösung gefunden wird. Schließlich sind Kommunen die Schlüsselakteure in der Innenstadtentwicklung. Hier muss zusammengearbeitet werden, um die Lebensqualität und die wirtschaftliche Basis der Stadt zu stärken.
Was kommt als Nächstes?
Die Stimmung ist angespannt, und man spürt förmlich die Nervosität in der Luft. Die Galeria-Filiale ist nicht nur ein Ort des Einkaufens, sondern auch ein sozialer Treffpunkt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Bemühungen der Anwohner und der Politik Früchte tragen. Eins ist sicher: Die Menschen in Neuhausen-Nymphenburg lassen sich nicht einfach so unterkriegen. Der Kampf um die Zukunft des Rotkreuzplatzes hat gerade erst begonnen.