Der Streit um die große Kastanie an der Nymphenburger Straße in München sorgt für Aufregung. Die Fällung eines Baumes, der nicht nur zur grünen Lunge der Stadt gehört, sondern auch einen beeindruckenden Umfang von 3 Metern und eine Höhe von 19 Metern aufweist, sollte einfach so über die Bühne gehen. Doch als die Polizei und ein Mitarbeiter des Münchner Baumschutzes eintrafen, wurde den Verantwortlichen schnell klar, dass hier etwas nicht stimmt. Die Fällung wurde gestoppt – ein Glück für den Baum, der bereits viele Schäden aufwies und intensive Pflege benötigte. Anwohner, die sich für den Erhalt des Baumes einsetzen, sind über die versuchte Fällung empört. Man könnte fast sagen, die Kastanie hat sich als kleiner Held im Stadtteil etabliert.

Der Hauseigentümer hatte zwar einen Antrag zur Fällung eingereicht, doch dieser war noch nicht genehmigt und wurde später abgelehnt. Ein Bußgeldverfahren gegen den Eigentümer läuft, was die Situation noch komplizierter macht. Während der Eigentümer mit dem Argument des Brandschutzes für die Fällung plädiert, stehen die Anwohner auf der anderen Seite und wehren sich mit aller Kraft. Es ist ein klassischer Konflikt zwischen den Bedürfnissen der Menschen und der Natur, der in München nicht selten ist.

Die Baumschutzverordnung im Fokus

In München gibt es seit über 50 Jahren eine Baumschutzverordnung, die das Fällen von Bäumen mit einem Stammumfang über 60 cm regelt. Und das ist auch gut so! Zwischen März und September ist das Fällen von Bäumen grundsätzlich verboten, um den Vögeln während der Brutzeit einen sicheren Raum zu bieten. An der Nymphenburger Straße gelten sogar besondere Regeln, die eine Beteiligung der Stadt bei Schnittarbeiten oder Fällungen vorschreiben. Wenn wir mal ehrlich sind: Ein Baum, der für die Umwelt, das Stadtklima und die Lebensqualität der Anwohner so wichtig ist, sollte nicht einfach aus einem reinen Sicherheitsdenken heraus gefällt werden.

Der Baumgutachter hat klar festgestellt, dass der Baum zwar massive Schäden aufweist, aber dennoch grün ist und auf der unbeschädigten Seite blüht. Ein Zeichen, dass das Leben weitergeht! Es ist auch wichtig zu erwähnen, dass ein laufendes Bauvorhaben auf dem Grundstück möglicherweise zukünftige Stressfaktoren für den Baum darstellen könnte. Dennoch wird betont, dass der Baumstandort nicht betroffen ist. Man fragt sich, ob die Aufregung um die Kastanie nicht vielleicht auch ein Zeichen für ein größeres Bewusstsein für unsere Umwelt ist.

Genehmigungen und Nachbarschaftsstreitigkeiten

In solchen Fällen ist es auch wichtig zu wissen, dass bei genehmigungspflichtigen und genehmigungsfreien Bauvorhaben der Baumbestand frühzeitig berücksichtigt werden muss. Wenn der Eigentümer eine Fällgenehmigung beantragen möchte, sind zahlreiche Unterlagen notwendig, darunter ein Baumbestandsplan und Nachweise über Ersatzpflanzungen. Die Baumschutzbehörde hat das letzte Wort und prüft, ob ein ausreichender Grund für die Fällung vorliegt. Und falls nicht, bleibt der Baum stehen – ganz im Sinne der Stadt und ihrer Bewohner.

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Es ist eine heikle Angelegenheit, denn die Gemeinde kann nicht einfach in nachbarschaftliche Streitigkeiten eingreifen. Hier müssen die Betroffenen oft auf privatem Rechtsweg klären, ob der Baum vielleicht doch stört oder ob das alles nur eine Frage der Perspektive ist. Ein Geduldsspiel, könnte man sagen.

Die Kastanie wird weiterhin im Mittelpunkt stehen und die Diskussionen anheizen. Ob sie letztendlich gefällt wird oder nicht, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Die Menschen in Neuhausen-Nymphenburg haben ein Ohr für die Natur und setzen sich für ihre grünen Mitbewohner ein – und das ist immer eine gute Nachricht!