Heute ist der 4.05.2026 und während die ersten Sonnenstrahlen über die Dächer von Obergiesing-Fasangarten blitzen, gibt es Neuigkeiten, die nicht nur Imker, sondern auch jeden Naturfreund in Bayern aufhorchen lassen sollten. Ein neuer Parasit, die Tropilaelaps-Milbe, aus den Weiten Asiens, könnte bald vor unserer Tür stehen – und das nicht zum ersten Mal. Während wir hier bei unserem Kaffee sitzen, breitet sich dieser ungebetene Gast weltweit aus.
Die Tropilaelaps-Milbe ist nicht einfach nur ein weiterer Schädling. Experten warnen eindringlich, dass sie heimische Bienenvölker weitaus mehr schädigen könnte als die schon bekannte Varroamilbe – und die hat es ja schon in sich! Die ersten gesicherten Nachweise dieser Milbe kommen aus Georgien und der Ukraine. Ingrid Illies, die Leiterin des Instituts für Bienenkunde und Imkerei, prognostiziert, dass wir in Bayern innerhalb von zwei Jahren mit der Tropilaelaps-Milbe rechnen müssen. Das klingt schon fast nach einem schlechten Science-Fiction-Film, ist aber leider bittere Realität.
Die Gefahr für unsere Bienen
Als Brutparasit verursacht die Tropilaelaps-Milbe schwerwiegende Schäden an den Puppen unserer Bienen. Das bedeutet, dass sie nicht nur die Entwicklung beeinträchtigt, sondern auch die Lebensdauer der Bienen verkürzt. Verletzungen durch die Milbe führen zu unvollständiger Entwicklung der Puppen – und das ist noch nicht alles. Die Bienen werden anfälliger für Krankheiten, Viren und im schlimmsten Fall sogar verkrüppelt. Man kann sich vorstellen, was das für die gesamte Bestäubung und damit für unsere Pflanzenwelt bedeutet.
Das Institut für Bienenkunde arbeitet bereits an Gegenmaßnahmen. Eine vielversprechende Idee sind Milben-Dummys, die helfen sollen, den Parasiten frühzeitig zu erkennen. Außerdem gibt es erste Hinweise darauf, dass Ameisensäure gegen die Tropilaelaps-Milbe wirken könnte. Ziemlich interessant, oder? Dieses Mittel wird bereits bei der Bekämpfung der Varroamilbe eingesetzt. Und wer hätte gedacht, dass auch Brutpausen nützlich sein könnten? Schließlich überlebt die Milbe ohne Puppen nur kurze Zeit. Irgendwie klingt das nach einer Notfallstrategie, die wir im Hinterkopf behalten sollten.
Schulung und Unterstützung für Imker
Ein großes Fragezeichen bleibt, ab welchem Befallsgrad die Tropilaelaps-Milbe zur echten Gefahr für unsere Bienenvölker wird. Umso wichtiger ist es, dass die rund 43.000 Imker in Bayern rechtzeitig informiert und geschult werden. Bereits in diesem Jahr sind Schulungen geplant, um alle Hobbyimker auf den neuesten Stand zu bringen. Informationen sollen über Bienenfachberater und Bienensachverständige weitergegeben werden – denn gemeinsam sind wir stärker!
Das ist nicht nur eine Herausforderung für die Imker, sondern betrifft uns alle. Schließlich sind die Bienen ein unverzichtbarer Teil unseres Ökosystems. Wenn wir diesen kleinen, fleißigen Wesen nicht helfen, wird das nicht nur die Honigernte betreffen, sondern auch die Vielfalt unserer Flora. Es gibt noch viel zu tun, und wir sollten jetzt handeln, bevor es zu spät ist.