Die Unterführung an der Allacher Straße in Untermenzing steht vor einer schmerzlichen Schließung. Statt des gewohnten Verkehrs in Richtung Eversbuschstraße müssen die Anwohner und Pendler von jetzt auf gleich für sechs bis sieben Wochen Umleitungen in Kauf nehmen. Diese Sperrung ist Teil der Straßenbaumaßnahmen, die sich im Laufe der Zeit angestaut haben. Man könnte sagen, es ist wie ein Kessel, der endlich überlaufen muss.

Der Bezirksausschuss Allach-Untermenzing sieht das Ganze kritisch. Zusammen mit BA-Chef Pascal Fuckerieder äußern die Mitglieder Bedenken über den Zeitpunkt der Schließung. Anstatt jetzt im Frühjahr, hätten sie die Bauarbeiten lieber in die Sommermonate verlegt. Das klingt ja fast nach einer Überlegung, die man bei einem gemütlichen Grillabend mit seinen Nachbarn diskutiert. Doch die Stadt hat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht: Eine Verlegung sei aus verschiedenen Gründen nicht möglich, so die offizielle Mitteilung. Die Sorge um den Verkehr ist nicht unbegründet, denn die Anwohner befürchten, dass die Lochhausener Straße zum neuen Nadelöhr wird. Der Gedanke, dass der Verkehr umgeleitet wird und die umliegenden Straßen überlastet, lässt einen schon ins Grübeln kommen.

Das Nadelöhr in der Unterführung

Ein weiterer Aspekt, der nicht zu unterschätzen ist: Diese Unterführung ist nicht einfach irgendein Durchgang. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1987 hat sie sich zu einem überlasteten Nadelöhr entwickelt. Zunächst nur für Fußgänger und Radfahrer gedacht, wurde sie bald auch für motorisierte Fahrzeuge freigegeben. Und jetzt, wo im Gewerbegebiet Kirschgelände über 1000 neue Wohnungen sowie eine Grundschule und Kindertageseinrichtungen geplant sind, wird die Bedeutung dieser Unterführung nur zunehmen. Die Anwohner sind besorgt, die Parkplätze in den umliegenden Wohnstraßen werden rar, und der Verkehr wird sich wahrscheinlich verdichten.

Das Mobilitätsreferat hat bereits angedeutet, dass sie von einem ähnlichen Verkehrsaufkommen wie heute ausgehen, jedoch mit weniger Schwerlastverkehr und veränderten Verkehrsströmen. Das klingt zwar beruhigend, doch die Realität sieht oft anders aus. Um den Verkehrsfluss in der Allacher Straße zu verbessern, hat der Bezirksausschuss einen parteiübergreifenden Antrag zur Erweiterung der Unterführung um eine Fußgängerröhre und zur Verbreiterung der Fahrbahn beschlossen. Das klingt nach einer praktischen Lösung, aber es bleibt abzuwarten, ob die Stadt diese Vorschläge annimmt.

Florian Wimmer von der CSU-Fraktion hat sogar einen Antrag eingebracht, um die Einfahrt in die Krautheim- und Angerlohstraße wiederherzustellen. Auch wenn der Aufwand als gering eingeschätzt wird, hat man in der Vergangenheit oft festgestellt, dass solche Vorhaben nicht immer reibungslos umgesetzt werden. Die Polizeiinspektion Moosach warnt zudem, dass parkende Autos den Verkehrsfluss behindern – und ein Halteverbot könnte dazu führen, dass die Autofahrer schneller fahren. Das macht einem schon ein wenig Sorgen, wenn man an die Sicherheit der Fußgänger denkt.

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Verkehrsplanung in der Region

Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München hat die Verkehrsplanung in der Region fest im Blick. In Anbetracht des stetigen Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstums ist eine durchdachte Verkehrsplanung unerlässlich. Sie arbeiten an der Schnittstelle von Verkehrsplanung und Siedlungsentwicklung, was bedeutet, dass sie auch die Bedürfnisse der Anwohner im Auge behalten müssen.

Mit verschiedenen Analysen und Konzepten, die Rad- und Fußverkehr sowie den öffentlichen Personennahverkehr betreffen, versucht der Verband, die Mobilität in der Region zu verbessern. Leuchtturmprojekte, wie die Radschnellverbindungen, zeigen, dass man auch innovative Ansätze verfolgt. Doch wie viel davon wird in den aktuellen Diskussionen um die Allacher Straße berücksichtigt? Das bleibt abzuwarten. Die Entscheidung über die weiteren Schritte hängt nun von der Stellungnahme der Stadt ab, und man fragt sich, ob die Anwohner bis dahin noch einmal in Ruhe durchatmen können.