Am 11. Juni 2026 wird München zum Schauplatz eines ganz besonderen Ereignisses in der Kunstwelt. Das renommierte Auktionshaus Karl & Faber hat ein wahres Juwel in seiner Sammlung: ein Gemälde des legendären spanischen Künstlers Joan Miró. Der Titel des Kunstwerks? „Peinture“. Ein Name, der nicht nur für die Malerei selbst, sondern auch für die Zeitgeschichte steht, aus der es stammt. Das Werk, 1936 geschaffen, wird zum Schätzpreis von 2,0 bis 2,5 Millionen Euro angeboten. Was für eine Summe, oder? Für manche vielleicht unvorstellbar, für Kunstliebhaber ein absolutes Must-Have!

Doch das Gemälde hat eine ganz besondere Geschichte. Es stammt aus einer Privatsammlung in Monaco und war seit über 25 Jahren nicht mehr auf dem deutschen Markt. Ein Umstand, der die Vorfreude auf die Auktion nur noch erhöht. In der zweitägigen Auktionsreihe „Moderne Kunst, Post War & Contemporary Art“ werden am 11. und 12. Juni rund 310 Werke aus Klassischer Moderne sowie Nachkriegs- und Gegenwartskunst präsentiert. Ein weiteres Highlight ist „Zwei Mädchen an einem Birkenstamm stehend“ von Paula Modersohn-Becker, das ebenfalls mit einem Schätzpreis von 300.000 bis 400.000 Euro aufwartet.

Die Entstehung von „Peinture“

„Peinture“ ist Teil der Masonit-Serie, die Miró im Sommer 1936 ins Leben rief – ein sehr turbulentes Jahr, das durch den Spanischen Bürgerkrieg geprägt war. In dieser kreativen Phase zog sich Miró auf den Familienhof Mas Miró in Mont-roig del Camp zurück, einen Ort, der ihm seit den 1920er Jahren als Rückzugsort diente. Dort, zwischen den Olivenbäumen und dem Duft von Sommer, entstanden 27 Arbeiten auf Masonit. Diese Werke gelten als die radikalsten in Mirós Œuvre. Miró verwendete eine Mischung aus Öl, Kasein, Teer und Sand, um auf der Oberfläche der Holzfaserplatte zu arbeiten. Die ungrundierte Fläche des Masonits blieb sichtbar, was dem Werk eine ganz besondere Tiefe und Textur verleiht.

Die Verwendung von kräftigen Farben wie Rot, Gelb und Weiß, kombiniert mit scharf konturierten Zeichen, erzeugt eine fast lebendige Qualität. Ein zentrales Element von „Peinture“ ist ein schwarzes Relief aus Sand, das die Betrachter förmlich anzieht. Miró selbst betrachtete die Arbeiten dieser Serie als kinematografische Sequenzen – ein Gedanke, der die Vorstellungskraft anregt und uns in eine andere Welt entführt.

Mirós Platz in der Kunstgeschichte

Joan Miró hat sich über die Jahrzehnte als einer der bedeutendsten Künstler des Surrealismus etabliert. Salvador Dalí, ein anderer Gigant der Kunstszene, beschrieb Miró einst als Erneuerer der Kunst. In den 1920er Jahren, als Miró noch nicht so berühmt war, vermittelte Dalí Kontakte zu Kunsthändlern, die für Miró entscheidend waren. Man könnte sagen, dass Dalí ihm die Türen zur großen Kunstwelt öffnete. Die Verbindungen, die er knüpfte, trugen dazu bei, dass Miró als einer der innovativsten Maler seiner Zeit wahrgenommen wurde. Kunstkritiker bezeichneten seine Werke oft als humoristisch und nicht erschreckend, was in einer Zeit, die von Kriegen und Unruhen geprägt war, eine erfrischende Perspektive bot.

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Sein Einfluss erstreckt sich weit über die Grenzen der Malerei hinaus. Mirós Arbeiten sind nicht nur Ausdruck seiner kreativen Vision, sondern auch ein Spiegelbild der menschlichen Erfahrung. Er stellte die Liebe als zentrales Motiv dar, was in einer Zeit der Unsicherheit eine Botschaft der Hoffnung transportierte. Anhand von „Peinture“ können wir einen kleinen Einblick in diese geniale, kreative Welt gewinnen.