Am Dienstagabend, dem 26. Mai 2026, ereignete sich in Neuperlach ein schwerer Verkehrsunfall, der die Anwohner in Atem hielt. Um 19:35 Uhr, an der Kreuzung Therese-Giehse-Allee und Heinz-Hilpert-Straße, kam es zu einem Frontalzusammenstoß zwischen einem Pedelec und einem Alfa Romeo. Der 19-jährige Autofahrer, ein US-Bürger, hatte offenbar die Vorfahrt des 18-jährigen Pedelec-Fahrers missachtet. Der junge Mann war gerade auf seinem Velosic-Pedelec auf dem rechten Radweg in nordöstlicher Richtung unterwegs.
Der Aufprall war heftig. Der Radfahrer erlitt ein Polytrauma – was bedeutet, dass er mehrere Knochenbrüche und auch eine Verletzung an der Lunge davontrug. Er musste umgehend in den Schockraum einer Klinik transportiert werden. Der Autofahrer hingegen kam mit leichten Verletzungen davon. Nach dem Zusammenstoß schoss das Auto über die Kreuzung hinaus und krachte in insgesamt sechs geparkte Fahrzeuge. Ein wahres Trümmerfeld erstreckte sich über etwa 80 Meter, und die Schäden waren enorm: drei der geparkten Autos erlitten Totalschaden, ebenso der Alfa Romeo des Unfallverursachers.
Die Folgen für den Straßenverkehr
Die Feuerwehr und der Rettungsdienst waren schnell vor Ort, um Brandschutz zu gewährleisten und die auslaufenden Betriebsstoffe aufzunehmen. Die Kreuzung blieb für mehrere Stunden gesperrt, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen und sucht nun Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können. Man fragt sich, wie es zu solch einem Unfallszenario kommen konnte – die vermutete Ursache ist die stark überhöhte Geschwindigkeit des Autofahrers.
Die Unfallbilanz für das Jahr 2024, veröffentlicht vom Polizeipräsidium München, zeigt bereits eine stagnierende Zahl an Radunfällen auf hohem Niveau. Andreas Schön, der Vorsitzende des ADFC München, äußert Bedenken zur Verkehrssicherheit und kritisiert die schleppende Umsetzung von Radwegprojekten. Die Sorgen um die Sicherheit der Radfahrer sind also nicht neu. Fehlende und oft zugeparkte Radwege, enge Kreuzungen und der schnelle Kfz-Verkehr tragen zur Gefährdung der Radfahrer bei. Es ist ein Zeichen unserer Zeit, dass auch einfache Schutzmaßnahmen, wie geschützte Radwege oder Tempo 30-Zonen, dringend gefordert werden.
Ein Appell an alle Verkehrsteilnehmer
Der Unfall in Neuperlach sollte uns alle zum Nachdenken anregen. Es ist klar, dass Radfahrer besonders verletzlich sind. Helme und Warnwesten können zwar die Folgen eines Unfalls mildern, sie sind jedoch keine Lösung für die grundsätzlichen Probleme der Verkehrssicherheit. Der ADFC fordert mehr finanzielle Mittel für den Radverkehr – und das nicht ohne Grund. Es geht um die Sicherheit aller im Straßenverkehr, insbesondere der Schwächeren. Ein Fahrsicherheitstraining für Radfahrer, insbesondere für ältere Menschen, könnte helfen, das Unfallrisiko zu minimieren.
Bleibt zu hoffen, dass solche tragischen Vorfälle bald der Vergangenheit angehören und wir in einer Stadt leben, in der Radfahren sicher und ohne Angst möglich ist.