Heute ist der 2.06.2026 und der Sommer steht vor der Tür, aber in München gibt es Neuigkeiten, die einen kleinen Schatten auf die Vorfreude werfen. Ab Mitte Dezember wird der Fahrplan für Bus und Tram überarbeitet, was bedeutet: längere Wartezeiten für all jene, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. Mobilitätsreferent Georg Dunkel und Matthias Korte von der Münchener Verkehrsgesellschaft (MVG) haben die Details dazu bekannt gegeben. Ein Grund für die Änderungen ist die angespannte finanzielle Situation des ÖPNV, die durch steigende Ausgaben und sinkende Einnahmen geprägt ist.
Der Freistaat kürzt die Fördergelder um 2,5 Millionen Euro, und die Stadt München hat beschlossen, den Zuschuss auf 130 Millionen Euro jährlich zu deckeln. Das bedeutet, dass die MVG insgesamt etwa 14 Millionen Euro einsparen muss. Ein Teil dieser Einsparungen soll durch ein neues Busnetz in der Innenstadt und diverse „Optimierungsmaßnahmen“ im bestehenden Netz erreicht werden. Die U-Bahn-Linie U7 wird ausgedünnt – künftig wird sie nur noch an Schultagen und zu Stoßzeiten zwischen dem Olympia-Einkaufszentrum und dem Sendlinger Tor fahren. Der Abschnitt bis zum Neuperlach Zentrum fällt komplett weg.
Neue Taktregelungen für Tram und Bus
Für die Tramlinien gibt es ebenfalls einige Veränderungen: So fährt die Tram 25 künftig zwischen 9 und 13 Uhr nur noch alle 10 Minuten. Auch die Tram 23 zur Münchner Freiheit wird denselben Takt haben. Besonders für Nachtschwärmer wird die Änderung der Nachttrams N19 und N27 am Wochenende zur Herausforderung, da diese nur noch alle 30 Minuten fahren. Und für viele Buslinien wird der Takt von 10 auf 20 Minuten erhöht – darunter die Linien 150, 173 und 185. Samstags und sonntags wird es ebenfalls 20-Minuten-Takte auf bestimmten Linien geben, was die Planung für viele Fahrgäste nicht einfacher macht.
Eine Verbindung, die vielen bekannt ist, wird komplett entfallen: die Strecke Moosach – Bingener Straße. Der Bus X36 wird künftig alle 20 Minuten fahren, der erste Bus fährt ab 5 Uhr. Die MVG plant auch, das Innenstadt-Busnetz zu „entrümpeln“ und rechnet mit bis zu 1000 neuen Fahrgästen. Das klingt ambitioniert, aber ob die neuen Taktzeiten da wirklich helfen, bleibt abzuwarten. Die Tierpark-Linie 52 wird umgeleitet, die City-Ringbus-Linie wird eingestellt, und die Linien 58 und 100 werden zusammengelegt. Das sorgt bestimmt für Verwirrung.
Wichtige Bauarbeiten und deren Auswirkungen
Zusätzlich zu den geplanten Änderungen im Fahrplan müssen die Münchner ab 1./2. Juni 2026 mit Einschränkungen aufgrund von Bauarbeiten am Westkreuz rechnen. Zwischen 0:30 Uhr und 3 Uhr werden die Linien S6 und S8 durch Busse ersetzt. Insbesondere die S6 wird zwischen Pasing und Gauting busseinsatzmäßig umgeleitet. Auch die S8 wird von Pasing nach Harthaus umgeleitet und fährt an den Wochenenden nur nach Umstieg in Pasing. Für diese Zeit dauert der Ersatzverkehr bis zum 8. Juni 2026, was für viele Fahrgäste zusätzliche Planung erfordert.
Zusätzlich wird es ganztägige zusätzliche Fahrten der S5 zwischen Pasing und Germering-Unterpfaffenhofen geben. Diese Umstellungen können zu einem erhöhten Fahrgastaufkommen auf der S6 führen, da gleichzeitig Regionalzüge zwischen München und Starnberg entfallen. Bei all diesen Änderungen ist es wichtig, die neuen Fahrpläne im Auge zu behalten, um nicht ungewollt in der Warteschlange zu stehen.
Der Fahrgastverband Pro Bahn, vertreten durch Andreas Barth, kritisiert die Politik scharf für die unzureichenden finanziellen Mittel, die der MVG zur Verfügung stehen. Die Entscheidung über die Veränderungen liegt letztlich beim Stadtrat, und wir sind gespannt, wie diese auf die Sorgen der Bürger reagieren werden. Es bleibt zu hoffen, dass die geplanten Maßnahmen am Ende nicht nur zur Einsparung, sondern auch zur Verbesserung des Nahverkehrs in unserer schönen Stadt München führen.