Heute ist der 5.07.2026 und was uns hier in München beschäftigt, sind nicht nur die neuesten Entwicklungen beim FC Bayern München, sondern auch ein ganz anderes Phänomen, das sich an unseren Autobahnbrücken und Lärmschutzwänden breitmacht. Graffiti! An der Hochbrücke Freimann prangt der Schriftzug „FCB MRP“. Für alle, die es noch nicht wissen: FCB steht für den Fußball-Club Bayern München und MRP ist die Abkürzung für Munich’s Red Pride, eine Ultragruppierung, die sich stark mit dem Verein identifiziert. Man kann sagen, die Wände sprechen hier eine ganz eigene Sprache.

Die Kunstwerke, oder besser gesagt, die Graffiti, sind in vielen Ecken des Münchner Umlands zu finden. Klaus Seuferling, der Leiter der Autobahnmeisterei München-Nord, hat einen Anstieg dieser Sprühereien festgestellt. Allein in seinem Zuständigkeitsbereich, der sich über die A9 und A99 erstreckt, zählt er über 150 Graffiti. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs! An der A8 und A96 sind ebenfalls die Vereinsfarben anderer Teams zu sehen. Rot und Weiß für Bayern, Blau und Weiß für die Löwen vom TSV 1860 – ein wahrhaft bunter Reigen!

Ungeplante Kosten und Aufwendige Beseitigung

Doch nicht alles, was an den Wänden prangt, ist von Freude und Stolz geprägt. Graffiti gelten rechtlich als Sachbeschädigung und die Beseitigung kostet die Stadt einen Haufen Geld – Seuferling schätzt die Kosten auf etwa 1,6 Millionen Euro. Und das ist kein Pappenstiel! Die Reinigung ist ein aufwendiger Prozess, der oft auch Verkehrsumleitungen erfordert. Die Autobahnmeisterei verfolgt die Taktik, erst abzuwarten, bis der Trend abflaut, bevor man mit der Entfernung der Graffiti beginnt. In gewisser Weise eine Art von passivem Widerstand gegen die Unarten der Sprayer.

Besonders kurios wird es, wenn man hört, dass einige Graffiti sogar eigene Werke übermalt werden. Man fragt sich schon, ob das nicht eine Art von künstlerischem Dialog ist – oder einfach nur ein Streit um die Wandfläche. Ein Beispiel, das Seuferling erwähnt, ist ein Graffiti mit dem Konterfei von Ex-Bayern-Trainer Carlo Ancelotti. Da kann man nur schmunzeln, wie die Fußballwelt auch auf diese Weise ihre Spuren hinterlässt.

Vandalismus im Stadion – ein wachsendes Problem?

Und während wir uns mit den Graffiti beschäftigen, gibt es auch in den Fußballstadien selbst immer wieder Vandalismus zu berichten. Am vergangenen Wochenende haben Auswärtsfans von Energie Cottbus im Grünwalder Stadion randaliert und die Toiletten beschädigt. Das ist nicht der erste Vorfall dieser Art. In den letzten Wochen gab es zahlreiche Berichte über ähnliche Ausschreitungen. Fans von Hansa Rostock haben bei einem Auswärtsspiel in Aachen für einen Schaden von 50.000 Euro gesorgt, während Fürth-Fans im Nürnberger Max-Morlock-Stadion ebenfalls nicht zimperlich mit den sanitären Anlagen umgegangen sind. Man fragt sich, wo das hinführen soll.

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Einige Stimmen aus der Szene, wie die von Jost Peter, dem Vorstand von „Unsere Kurve“, betonen, dass die Mehrheit der Fans Vandalismus nicht duldet. Dennoch bleibt es eine Herausforderung, die Täter zu identifizieren. Stadionverbote haben sich oft als wenig effektiv erwiesen, weil die Täter meist anonym bleiben. Ein Dialog mit Fangruppen könnte hier vielleicht ein Lösungsansatz sein, um den Vandalismus in den Griff zu bekommen.

Es bleibt spannend, wie sich diese Themen in der Zukunft entwickeln werden. Graffiti und Vandalismus sind mehr als nur ein Ärgernis; sie reflektieren auch unsere Kultur und die Emotionen, die mit dem Fußball verbunden sind. Wir dürfen gespannt sein, wie die Stadt und die Vereine darauf reagieren werden.