Die Münchner Freiheit hat in den letzten Jahren eine spannende und zugleich herausfordernde Entwicklung durchlebt. E-Scooter, die modernen Fortbewegungsmittel, erfreuen sich großer Beliebtheit. Doch ein Schatten liegt über diesem Trend: Die Zahl der Unfälle mit diesen wendigen Flitzern steigt rasant an. Ein Beispiel für die damit verbundenen Schwierigkeiten liefert Bernhard Claus, der, blind und aktiv im Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund, auf die Gefahren hinweist, die wild abgestellte E-Roller auf Gehwegen für Menschen mit Sehbehinderung darstellen. Diese schweren Geräte können ernsthafte Verletzungen verursachen, und das ist ein Thema, das uns alle betrifft.

Die Stadtverwaltung ist sich der Problematik bewusst und hat bereits einige Maßnahmen ergriffen. So haben die Grünen und die SPD für 2024 beantragt, mehr Abstellflächen für E-Roller zu schaffen, ähnlich wie in der Altstadt, wo es strenge Vorschriften gibt. Dort müssen E-Roller in ausgewiesenen Abstellflächen zurückgegeben werden, andernfalls droht eine Strafe. Mobilitätsreferent Georg Dunkel (parteilos) hat angekündigt, dass der Stadtrat 2023 beschlossen hat, insgesamt 675 Abstellflächen für Mikromobilität in München zu schaffen. Aktuell stehen den Münchnern jedoch nur 365 Abstellflächen zur Verfügung. Claus kritisiert die Umsetzung dieser Maßnahmen als unzureichend und fordert dringend Lösungen an stark frequentierten Orten.

Steigende Unfallzahlen und neue Regelungen

Die Situation wird nicht einfacher, denn die Unfallstatistiken sind alarmierend. Im Jahr 2025 stieg die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden um ganze 38,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Zahlen ausgedrückt: 16.496 Unfälle, darunter 38 Todesfälle. Das sind deutlich mehr als 2024, als es noch 27 Tote gab. Besonders betroffen sind junge Menschen: Fast 54 Prozent der Verunglückten waren unter 25 Jahren. Davon waren 82,4 Prozent selbst mit einem E-Scooter unterwegs. Die häufigste Unfallursache? Falsches Verhalten im Straßenverkehr, insbesondere die missbräuchliche Nutzung von Fahrbahn oder Gehwegen. Ein fataler Fehler, der nicht nur für den Fahrer selbst, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer gefährlich ist.

Um dem entgegenzuwirken, möchte der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) einen Befähigungsnachweis für alle Verkehrsteilnehmer ohne Führerschein einführen. Auch eine Erhöhung des Mindestalters für die Nutzung von E-Scootern auf 15 Jahre wird diskutiert. Diese Maßnahmen könnten vielleicht helfen, die Gefahren zu mindern. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie fordert sogar ein Verbot für E-Scooter für Kinder unter 14 Jahren, da 500 bis 600 Kinder unter 14 Jahren verunglückten – das macht rund 38 Prozent der jugendlichen Unfälle aus.

Auf dem Weg zu besseren Lösungen

Die Diskussion um die Haftung von E-Tretroller-Haltern ist ebenfalls in vollem Gange. Künftig sollen Fahrer vermutungsunabhängig haften, was die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen erleichtert. Der Bundesrat muss jedoch noch über das neue Gesetz abstimmen. Während wir auf diese Änderungen warten, wird auch geprüft, ob ein Warnsystem für Blinde integriert werden kann. Das wäre ein kleiner, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

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Die Zahlen sind erschreckend, aber E-Scooter spielen insgesamt eine vergleichsweise kleine Rolle bei Verkehrsunfällen. 2025 waren sie an 5,5 Prozent der 297.364 registrierten Verkehrsunfälle mit Personenschaden beteiligt – ein Anstieg von 4,1 Prozent im Jahr 2024. Dennoch bleibt die Frage, wie wir sicherstellen können, dass wir alle sicher durch unsere schöne Stadt fahren können, ohne ständig auf der Hut sein zu müssen. Die Stadt hat viel vor, und wir können nur hoffen, dass die Pläne bald in die Tat umgesetzt werden.