Das Floriansmühlbad in München-Freimann – ein Ort, der in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit geraten ist. Wer hätte gedacht, dass dieses Freibad, einst ein beliebter Treffpunkt für die Schwabinger und die gesamte Münchner Szene, heute seit 30 Jahren leer steht? Gegründet von Karl Kaltenbach und seiner Frau Anna im Jahr 1932, war es ein beliebter Anlaufpunkt, der nicht nur mit einem Schwimmbecken und Zugang zum Mühlbach überzeugte, sondern auch mit der charmanten Atmosphäre, die dort herrschte. Die Familie Doppelhamer übernahm später die Leitung und machte das Bad zu einem richtigen Hotspot. Es wurde sogar berichtet, dass Szenen für den berühmten Film „Die unendliche Geschichte“ dort gedreht wurden – ein wahrer Geheimtipp für Filmfans!
Der Verkauf an die HypoVereinsbank im Jahr 1994 setzte dem einst blühenden Bad ein Ende. Seither ist das Gelände verwildert und nicht mehr zugänglich. Trotz großer Hoffnungen auf eine Wiederbelebung blieben die Bemühungen um eine Wiedereröffnung leider erfolglos. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels: Die Stadt München hat große Pläne für das Areal. Geplant ist ein Neubauquartier an der Freisinger Landstraße mit 600 Wohneinheiten, einer Dreifachsporthalle, Nahversorgungsmöglichkeiten, Kitas und sogar einer Gaststätte. Dies könnte eine spannende Zukunft für den einst so lebhaften Ort bedeuten.
Ein Stück Geschichte
Das Floriansmühlbad, das sich an der Floriansmühlstraße 23 befindet, lag mal idyllisch am Mühlbach, der in den Garchinger Mühlbach übergeht. Diese Lage machte es besonders attraktiv, nicht nur für die Anwohner, sondern auch für die Besucher der nahegelegenen Freimanner Studios des Bayerischen Rundfunks. Hier gab es nicht nur Erfrischungen und selbstgebackenen Apfelstrudel im Kiosk der Familie Doppelhamer, sondern auch eine lebhafte Atmosphäre, in der sich Menschen begegneten und austauschten.
Die Erinnerungen an das Bad leben in den Herzen vieler Münchner weiter. Der Filmessay „München – Geheimnisse einer Stadt“ zeigt Aufnahmen des Geländes aus dem Jahr 1999 und lässt die nostalgische Stimmung der vergangenen Jahre aufleben. Auch in der Literatur hat das Floriansmühlbad seinen Platz gefunden. Der Roman „Mein Sommer mit Anja“ von Steffen Schroeder, der 2020 veröffentlicht wurde, spielt eine wichtige Rolle im Flussbad und weckt Erinnerungen an unbeschwerte Sommertage.
Ein Blick in die Zukunft
Während die Stadt München plant, das alte Freibad in einen Erholungsort umzuwandeln, bleibt die Frage, wie viele dieser historischen Schwimmbäder in der Stadt noch erhalten werden können. Viele alte Anlagen, wie das Müller’sche Volksbad oder das Schyrenbad, sind Zeugen der Badekultur und haben ihren Charakter bewahrt. Einige von ihnen, wie das Bad Georgenschwaige, werden sogar CO₂-neutral wiedereröffnet – das ist doch ein Grund zur Freude!
In der Zwischenzeit bleibt das Floriansmühlbad ein faszinierender Lost Place, der mit seiner Geschichte und seinen Erinnerungen die Fantasie anregt. Wer weiß, vielleicht wird es eines Tages wieder zum Leben erweckt und die Münchner können erneut die erfrischenden Wellen des Mühlbachs genießen.