Medienscouts: Münchens junge Medienexperten gestalten die digitale Zukunft
In Schwabing-West gibt es Grund zur Freude! 120 Schüler aus zehn Münchner Schulen haben erfolgreich ihre Ausbildung zu Medienscouts abgeschlossen. Die Absolventen können sich nun auf das kommende Schuljahr freuen, in dem sie aktiv an ihren Schulen tätig sein werden. Das Projekt, das im campus42 seinen Abschluss fand, wurde von Stadtschulrat Florian Kraus mit der Übergabe der Abschlussurkunden gebührend gefeiert. Hier werden nicht nur Urkunden verteilt, sondern auch eine Menge Verantwortung übertragen!
Was genau machen diese Medienscouts? Nun, sie unterstützen ihre Mitschüler in vielen Bereichen, die mit Medienbildung, Coding-Projekten und Makerspaces zu tun haben. Die einjährige Ausbildung umfasst spannende Module zu Themen wie „Social Media“, „Cyberkriminalität“ und dem nicht ganz einfachen Feld des „Extremismus auf TikTok“. Dabei wird auch das Thema Hatespeech in der LOVE-Storm-Ausbildung behandelt. Die Schüler haben an vier Weiterbildungstagen und individuellen Terminen viel gelernt – und das alles unter Anleitung erfahrener Medienpädagogen und anderer Medienscouts. Lehrkräfte der beteiligten Schulen erhalten zudem gesonderte Schulungen, um die Scouts optimal zu unterstützen.
Ein starkes Netzwerk
Regelmäßige Netzwerktreffen fördern den Austausch und die Zusammenarbeit unter den Medienscouts. Die teilnehmenden Schulen sind eine bunte Mischung, darunter die Willy-Brandt-Gesamtschule, das Adolf-Weber-Gymnasium und das Theodolinden-Gymnasium – um nur einige zu nennen. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass Schulen in diesem Bereich zusammenarbeiten. Ab Frühjahr 2027 können sich weitere Schulen für das Schuljahr 2027/28 bewerben, um ebenfalls Teil dieses wichtigen Projekts zu werden.
Doch die Medienscouts sind nicht nur in München aktiv. Ein ähnliches Projekt in Nordrhein-Westfalen, „Medienscouts NRW“, bildet Jugendliche ebenfalls zu Medienexperten aus. Hier wird ein Peer-Education-Ansatz verfolgt, bei dem Schüler Gleichaltrige über die Risiken von sozialen Netzwerken aufklären. Themen wie Handynutzung und Computerspiele stehen ebenso auf der Agenda. Die Idee dahinter? Gleichaltrige als Berater zu gewinnen – das hat eine ganz eigene Dynamik und ist oft viel wirkungsvoller als die klassische Lehrer-Schüler-Beziehung.
Die Rolle der Medienscouts
Die Medienscouts unterstützen nicht nur bei Informationsveranstaltungen, sondern auch bei konkreten Problemen im „Peer-to-Peer“-Format. Dabei geht es um den sicheren und reflektierten Umgang mit Medien. Auch hier wird Wert auf die Zusammenarbeit zwischen Jugendlichen und Erwachsenen gelegt, was die klassische Rollenverteilung aufbricht. Die Kompetenzen, die die Scouts erwerben, sind in der heutigen Zeit unbezahlbar. Sie lernen, wie sie bei Cybermobbing, Hate Speech und Datenmissbrauch helfen können und wie wichtig es ist, eigene Grenzen zu erkennen und im Bedarfsfall Hilfe von Erwachsenen zu suchen.
Die Ausbildung zum Medienscout ist Teil einer Gesamtstrategie der Schulen, um sich aktiv mit digitalen Medien auseinanderzusetzen. Dabei ist die Zielgruppe klar definiert: Schüler ab der 8. Jahrgangsstufe. Seit 2011 haben in Nordrhein-Westfalen über 900 Schulen und 4.300 Schüler an diesem Programm teilgenommen. Ein beeindruckendes Netzwerk ist entstanden, das durch Partnerschaften mit Medienzentren, Schulämtern und Jugendämtern unterstützt wird. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich das Konzept der Medienscouts weiterentwickeln wird und welche neuen Herausforderungen die Digitalisierung für die nächsten Jahrgänge bereithält!
