Heute ist der 3.05.2026 und in Westend München dreht sich die Diskussion um das Wohl unserer Wildschweine. Ein Thema, das nicht nur die Naturliebhaber und Spaziergänger im Forstenrieder Park bewegt, sondern auch die Tierschutzorganisation „Wildes Bayern“. Diese hat sich mit schwerwiegenden Vorwürfen an die Bayerischen Staatsforsten gewandt. Laut ihnen sollen die Wildschweine im weitläufigen Staatsforst absichtlich hungern. Ein Skandal, der nicht nur moralische, sondern auch gesellschaftliche Fragen aufwirft.
Der Forstenrieder Park erstreckt sich über stolze 37 Quadratkilometer und ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Münchner. Doch was passiert, wenn die Bewohner dieser grünen Oase, die Wildschweine, plötzlich nicht mehr sichtbar sind? „Wildes Bayern“ berichtet von „abgenagten Kadavern“ und einem „klapperdürrem Wildschwein“ – Bilder, die uns das Herz brechen. Immer weniger dieser Tiere sind zu sehen und die wenigen, die noch umhertreiben, sind oft nur kleine Rotten ohne Frischlinge. Die Vorwürfe sind klar: Ein Nahrungsengpass, verursacht durch einen Zaun, der die Tiere im Park einsperrt, zwingt die Wildschweine in die Enge.
Die Reaktionen sind laut und deutlich
Christine Miller, die Vorsitzende von „Wildes Bayern“, lässt sich nicht lumpen. Sie fordert den Forstbetrieb München auf, diesen Nahrungsengpass durch Zufüttern zu beheben. Ein vernünftiger Ansatz, oder? Die Tierschützer sind so alarmiert, dass sie sogar eine Anzeige bei der zuständigen Veterinärbehörde planen. Emil Hudler, der Betriebsleiter des Forstbetriebs München, sieht die Sache jedoch ganz anders. Er weist die Vorwürfe zurück und erklärt, dass es kein Hungerproblem beim Schwarzwild gebe. Die Fallwild-Quote liege bei unter einem Prozent, trotz eines harten Winters. Verwirrung macht sich breit – wer hat nun recht?
Hudler betont, dass im Park gesunde Wildschweine beobachtet werden können und dass bei kranken Tieren entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Die geschätzte Anzahl der Wildschweine im Park bleibt mit etwa 400 relativ konstant. Das klingt doch nach einer soliden Population, oder? Aber was ist mit dem Nahrungsengpass? Ist das vielleicht nur die Spitze des Eisberges?
Ein großes Problem für die Kulturlandschaft
Die Diskussion um die Wildschweine ist nicht nur lokal von Bedeutung. In ganz Bayern ist die Zunahme der Wildschweinpopulation ein europa- und weltweites Phänomen. Ein Problem, das sich nicht nur auf die Tiere selbst auswirkt, sondern auch auf die Kulturlandschaft. Die Schwarzwildjagd hat in den letzten Jahrzehnten enorm zugenommen. Im Jagdjahr 1985/86 wurden in Bayern noch 10.000 Wildschweine erlegt, während im Jahr 2013/14 schon beinahe 70.000 geschossen wurden – ein bayerischer Rekord. Trotz dieser hohen Jagdzahlen zeigt die Populationsentwicklung keinen nachhaltigen Rückgang. Da fragt man sich: Wo führt das Ganze hin?
Die steigenden Wildschweinbestände bergen Konfliktpotential, das weitreichende Folgen für die Allgemeinheit und die Eigentumsinteressen hat. Ein effektives Schwarzwildmanagement erfordert die Zusammenarbeit von Jägern, Landwirten, Jagdgenossen, Waldbesitzern, Behörden und der Politik. Doch wie kann man all diese Interessen unter einen Hut bringen? Die Herausforderung bleibt bestehen, während die Diskussion um die Wildschweine im Forstenrieder Park weiter brodelt. Es ist ein Thema, das uns alle angeht – mit all seinen Facetten.