Am Waldfriedhof hat sich ein bemerkenswerter Wandel vollzogen. Klaus Rückert, der über 15 Jahre als Landrat im Kreis Freudenstadt diente, hat sich entschieden, sein politisches Amt aufzugeben. Dieser Schritt kam für viele überraschend, doch Rückert möchte sich nun der christlichen Nächstenliebe widmen und als Diakon tätig werden. Am vergangenen Wochenende hielt er bereits seine erste Predigt in der St. Martin-Kirche in Herrenberg. Mit etwa 80 Zuhörern sprach er über Zweifel im Glauben, Hoffnung und die wichtigen Aufgaben der Diakonie – ein bewegender Moment für ihn und die Anwesenden.

Die Entscheidung, das Landratsamt zu verlassen, fiel Rückert nicht leicht. Sein Rückzug aus dem Amt, den er im September 2025 bekannt gab, war eine bewusste Wahl. Er möchte als „Mensch Klaus Rückert“ wirken, was ihm in seiner politischen Laufbahn oft gefehlt hat. Dabei bleibt er nicht ganz aus dem Berufsleben: Rückert wird weiterhin als Richter am Amtsgericht Rottweil arbeiten – allerdings in Teilzeit. Komischerweise sieht er eine Verbindung zwischen Jura und Theologie, vor allem in der Auslegung von Regeln. Ein theologisches Fernstudium hat er 2017 begonnen und erfolgreich abgeschlossen. „Anstrengend, aber bereichernd“, beschreibt er seine Erfahrungen.

Ein neuer Weg im Glauben

Rückert plant, am Pfingstsamstag 2027 in der St. Martin-Kirche zum Diakon geweiht zu werden. Seine Ausbildung umfasst sowohl theoretische als auch praktische Aufgaben, und er betreut bereits ein diakonisches Projekt am Waldfriedhof. Manchmal fragt man sich, was einen Menschen zu solch einem Wandel bewegt. Bei Rückert war es ein persönlicher Verlust eines Freundes, der ihn zum Nachdenken über den richtigen Zeitpunkt für seinen Wechsel brachte. Er fühlt sich bereit, die Verantwortung, die ihm während seiner Amtszeit als Landrat aufgeladen wurde, abzugeben. „Das ist befreiend“, sagt er mit einem erleichterten Lächeln.

Während seiner Zeit als Landrat hat Rückert viele soziale Projekte unterstützt, darunter die Notfallseelsorge und die Unterbringung von Geflüchteten während der Corona-Pandemie. Auch der Bau eines neuen Krankenhauses in Freudenstadt und die Schließung eines alten in Horb sind Teil seines Erbes. Rückert hat sich frühzeitig für den Nationalpark Schwarzwald engagiert und sieht dessen Bedeutung für Umwelt- und Naturbildung. „Die Infrastruktur in der Region hat sich positiv entwickelt“, hebt er hervor, und das ist bei weitem nicht alles. Ein bundesweit beachteter ÖPNV-Taxi-Service gehört ebenso zu seinen Errungenschaften.

Ein Blick in die Zukunft

Mit 58 Jahren blicken viele auf eine lange politische Karriere zurück, Rückert hingegen sieht dies als neuen Anfang. „Ich möchte nicht bis zur regulären Amtszeit warten“, betont er. Die Herausforderungen, die er seinem Nachfolger hinterlässt, sind nicht unerheblich, darunter ein ungenehmigter Haushalt. Dennoch ist er überzeugt, dass die Zeit reif ist für seine neue Rolle in der katholischen Kirche. „Die Verantwortung vor Gott und den Menschen ist mir wichtig“, sagt er und bringt damit seine Überzeugung auf den Punkt. Rückert ist ein überzeugter Demokrat, der sich auch kritisch zur politischen Entwicklung geäußert hat. Die Zukunft wird zeigen, wie er seine Visionen im diakonischen Dienst umsetzen wird.

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