Kaiserschmarrn-Club: Münchens süße Gemeinschaft der Feinschmecker
In München wird die Tradition des Kaiserschmarrn hochgehalten, und das nicht nur in den heimischen Küchen. Vor etwa eineinhalb Jahren hat Danial Sarfraz einen ganz besonderen Stammtisch ins Leben gerufen – einen Kaiserschmarrn-Stammtisch! Hier versammeln sich einmal im Monat gleichgesinnte Feinschmecker, um die fluffige Nachspeise in verschiedenen Lokalen zu probieren und zu bewerten. Beim letzten Treffen im Wirtshaus in Sendling waren zehn Mitglieder anwesend, und die Diskussionen über Geschmack, Konsistenz und die umstrittene Zugabe von Rosinen waren lebhaft und voller Leidenschaft. Auf Danials Blog, schmarrn-stories.de, werden die Urteile der Mitglieder festgehalten – eine wahre Fundgrube für alle, die das süße Gericht lieben.
Momentan zählt der Stammtisch knapp 30 Mitglieder, im Alter von 24 bis 35 Jahren. Man könnte fast sagen, das ist eine Gemeinschaft für die Kaiserschmarrn-Gläubigen! Einige haben sogar schon gemeinsam Urlaub gemacht, um an neuen Orten die köstlichen Variationen des Kaiserschmarrns zu genießen. Die Tester haben einige echte Geheimtipps auf Lager: Im Hofbräukeller am Wiener Platz gibt’s einen besonders buttrigen Kaiserschmarrn für 12,50 Euro, während das Gasthaus Zum Dürnbräu eine fluffige Variante für 14,50 Euro anbietet. Und für die Rosinen-Liebhaber – im Bamberger Haus findet man eine geschmacklich dominierende rosinenreiche Version, die je nach Portion 11,50 Euro oder 17,50 Euro kostet. Veganer müssen im Wirtshaus bodhi nicht auf ihren Genuss verzichten, dafür gibt’s eine solide Option für 13 Euro. Und dann gibt es noch den riesigen Kaiserschmarrn in der Tölzer Hütte in Lenggries – da wird man für 15,20 Euro wirklich satt!
Ein Blick auf die Tradition
Doch was macht diesen Kaiserschmarrn eigentlich so besonders? Die Wurzeln des Kaiserschmarrns sind tief in der österreichischen Küche verwurzelt. Er gilt als eine der bekanntesten Nachspeisen und ist für seine luftige Konsistenz und die goldbraun gebackenen Stücke bekannt. Man sagt, dass der Name „Kaiserschmarrn“ mit Kaiser Franz Joseph I. verbunden ist. Eine Legende besagt, dass das Gericht aus einem misslungenen Palatschinken-Versuch entstand – der Kaiser war so begeistert, dass es fortan auf der Speisekarte landete. Historisch gesehen stammt der Kaiserschmarrn aus der ländlichen Küche der Alpenregion, wo einfache Zutaten wie Mehl, Milch, Eier und Zucker verwendet wurden.
Die modernen Interpretationen des Kaiserschmarrns sind ebenso vielfältig wie die Geschichten, die sich um ihn ranken. In München gibt es zum Beispiel das Wirtshaus Kaisergarten in Schwabing, das auf über 100 Jahre Geschichte zurückblickt. Hier wird der Kaiserschmarrn als eine der besten Varianten der Stadt gepriesen, und die Speisekarte kombiniert traditionelle und moderne Gerichte. Das Interieur ist modern gestaltet – Holz in ausgefallenen Formen, satte Grüntöne und frische Blumen verleihen dem Ambiente einen urbanen Touch. Und natürlich darf eine umfangreiche Weinauswahl nicht fehlen, um den Genuss des Kaiserschmarrns perfekt abzurunden.
Die Beliebtheit dieser süßen Nachspeise ist nicht nur in Bayern zu spüren, sondern auch weit über die Grenzen hinaus. Ob in Skihütten, Berghotels oder gemütlichen Wirtshäusern – der Kaiserschmarrn ist ein Symbol für Gastfreundschaft und Gemütlichkeit. Die Zubereitung ist einfach, aber die Variationen sind schier unendlich. Egal, ob mit Rosinen, Puderzucker, Kompott oder sogar herzhaften Zutaten – der Kaiserschmarrn ist und bleibt ein Genuss, der die Menschen verbindet. In München wird das immer wieder aufs Neue zelebriert, und das ist auch gut so!
