Mitten in München, genauer gesagt im Westpark, steht ein ganz besonderes Kleinod: die Thai-Sala. Dieser thailändische Pavillon ist nicht nur ein architektonisches Schmuckstück, sondern auch das erste buddhistische Heiligtum in Deutschland. Es strahlt eine Ruhe und Gastfreundschaft aus, die man in der hektischen Großstadt kaum erwartet. 1983, anlässlich der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA), wurde der Pavillon errichtet, und zwar dank eines deutschen Kaufmanns, der in Bangkok lebt. Dieser wollte damit ein Zeichen der deutsch-thailändischen Freundschaft setzen. So steht der Pavillon majestätisch auf einer Plattform über einem kleinen Wasserbecken und zieht nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische an.
Die Thai-Sala ist ein offener Pavillon, wie er in der thailändischen Architektur traditionell vorkommt. Das Wort „Sala“ kommt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Haus“ oder „Gebäude“. Die kunstvollen Lackmalereien und die glasierten Ziegel ziehen die Blicke auf sich. An sonnigen Tagen spiegelt sich die gesamte Anlage im angrenzenden Teich – ein Anblick, der zum Verweilen einlädt. 1994 wurde der Pavillon um eine beeindruckende Buddha-Statue ergänzt, die aus einem Ahornstamm gefertigt und mit Blattgold überzogen ist. Diese Statue wurde feierlich von einem Abt des Buddharama-Klosters in den Niederlanden geweiht und hat seither einen besonderen Platz in der Sala.
Das Vesakh-Fest – Ein Fest der Lichter
Ein Highlight des Jahres ist das Vesakh-Fest, das den Geburtstag Buddhas feiert. Dieses Jahr findet es am Samstag, dem 16. Mai 2026, statt. Ab 12:30 Uhr beginnt der feierliche Einzug der Buddha-Statue, und das Programm verspricht ein Fest für alle Sinne zu werden. Von 13:00 bis 20:30 Uhr gibt es Meditationen, Zeremonien und Vorträge zu buddhistischen Themen. Das bunte Rahmenprogramm wird ergänzt durch traditionelle Darbietungen, darunter der chinesische Löwentanz und Auftritte von Thai-Tänzerinnen. Die Vorfreude auf die Kerzenzeremonie um 18:45 Uhr ist riesig, wenn die Lichterprozession rund um die Thai-Sala beginnt und die Dunkelheit einbricht.
Ein weiterer Höhepunkt sind die verschiedenen künstlerischen Beiträge, die das Fest bereichern: Japanische Shakuhachi-Flöten, mongolische Musik und sogar indische Tempeltänze werden zu hören und zu sehen sein. Nicht zu vergessen die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden – Tai Ji und Qi Gong stehen auf dem Programm. Die Organisatoren, darunter das Aryatara Institut e.V. und die Wat-Thai Deutsch-Thailändisch buddh. Vereinigung in Deutschland e.V., haben sich viel Mühe gegeben, ein vielseitiges und ansprechendes Fest auf die Beine zu stellen. Und das Beste? Alle Veranstaltungen sind kostenfrei, auch wenn Spenden herzlich willkommen sind.
Ein Ort der Begegnung
Die Thai-Sala ist Teil des Ostasien-Ensembles im Westpark und wird von einem wunderschönen japanischen Garten, einem chinesischen Garten und einer nepalesischen Pagode umrahmt. Diese Vielfalt an kulturellen Einflüssen und Traditionen macht den Westpark zu einem einzigartigen Ort der Begegnung. Die Anlagen, die während der Gartenbauausstellung errichtet wurden, sind bis heute frei zugänglich und laden zum Verweilen ein. Eine Oase der Ruhe und Spiritualität mitten in der Stadt – das ist die Thai-Sala, die nicht nur ein Symbol der Freundschaft ist, sondern auch eine Einladung, die eigene Spiritualität zu entdecken und zu vertiefen.