Warten auf den Bus oder auf das nächste Wortgefecht?
In den letzten Tagen wird in Untersendling eine besondere Art der Unfreundlichkeit lautstark zum Ausdruck gebracht. An einer SEV-Haltestelle klagen Anwohner über beschimpfende Kommentare von Wartenden, die sich offenbar nicht mehr im Griff haben. „Hinten anstellen!“ oder „Wir warten alle!“ hallt es durch die Oberländerstraße, während die Menschen auf den U3/6-Ersatzverkehr warten. Es sind diese unfreundlichen Äußerungen, die das Warten zu einer Geduldsprobe machen, die die Nachbarschaft in Aufregung versetzt. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ist mittlerweile auf der Suche nach Lösungen für die missratene Planung dieser Haltestelle. Denn auf einem schmalen Gehsteig ist das Warten nicht nur unbequem, sondern auch ein wenig gefährlich.
Die Kritik an der Stadt München ist laut und deutlich. Die Anwohner sind frustriert über die mangelhafte Planung der Haltestellen und die Baustellenkoordination. Man fragt sich, wie es dazu kommen konnte, dass die Stadt, die für ihren öffentlichen Nahverkehr bekannt ist, an dieser Stelle so versagt hat. Kabarettist Helmut Schleich hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet und zieht treffende Parallelen zwischen der aktuellen Situation, der Politik und der Kunst – eine spannende Mischung, die zum Nachdenken anregt. Schleich hat die Gabe, das Absurde im Alltag zu erkennen und auf humorvolle Weise darzustellen, was nicht nur amüsiert, sondern auch zur Reflexion anregt.
Umleitungen und Bauarbeiten
In der Region gibt es nicht nur in Untersendling Probleme. Für die Anwohner von Dachau stehen ebenfalls einige Änderungen an. In den Nächten vom 10. auf den 11. Juli und vom 11. auf den 12. Juli wird die Bahnhofstraße voll gesperrt. Von 21:30 Uhr bis 6:00 Uhr wird die Linie X800 umgeleitet, und die Haltestelle Ludwig-Dill Straße kann nicht bedient werden. Die Umleitungsroute führt über die Brucker Straße, Bürgermeister-Zauner-Ring, Ludwig-Thoma-Straße, Martin-Huber-Straße und die Frühlingsstraße. Wer also auf die X800 angewiesen ist, sollte sich gut vorbereiten und die Abfahrtsposition am Dachauer Bahnhof (normalerweise Steig 8) im Auge behalten.
Das ist nicht nur für die Pendler eine Herausforderung – es betrifft auch die Anwohner, die sich auf die Umleitungen einstellen müssen. Wenn dann noch die Unfreundlichkeit an den Haltestellen hinzukommt, könnte man fast meinen, dass der öffentliche Nahverkehr eine Geduldsprobe für die Nerven ist.
Öffentlicher Nahverkehr als Teil der Daseinsvorsorge
Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist mehr als nur ein Fortbewegungsmittel – er ist Teil der Daseinsvorsorge und spielt eine zentrale Rolle in der Raumordnungs-, Sozial- und Umweltschutzpolitik. In München sind die Stadt und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) dafür verantwortlich, dass U-Bahn, Tram, Express-, Metro- und Stadtbus reibungslos funktionieren. Während die S-Bahn und der Regionalzugverkehr in die Hände des Freistaats Bayern fallen, liegt die Organisation der Anbindung von MVV-Regionalbuslinien in die Stadt ganz in der Verantwortung Münchens.
Mit dem Personenbeförderungsgesetz (PBefG) gibt es einen rechtlichen Rahmen, der die Genehmigung von Linienverkehren im ÖPNV regelt. Dieses Gesetz setzt auch die Rahmenbedingungen für die Erstellung eines Nahverkehrsplans. Die strategischen Grundlagen, wie der Münchner Nahverkehrsplan und die Mobilitätsstrategie 2035, sind entscheidend, um die Herausforderungen des wachsenden Verkehrsaufkommens und der urbanen Mobilität zu meistern.
Und während die Stadt München weiterhin an der Optimierung des ÖPNV arbeitet, bleibt zu hoffen, dass sich die Situation an den Haltestellen verbessert und die Anwohner in Untersendling wieder in Ruhe auf ihren Bus warten können, ohne sich von unfreundlichen Kommentaren aufregen zu lassen.
