Der Circus-Krone-Bau an der Marsstraße in München ist mehr als nur ein Veranstaltungsort; er ist ein lebendiges Stück Stadtgeschichte, das die Herzen der Münchner seit über einem Jahrhundert höher schlagen lässt. Man könnte fast sagen, der Bau hat einen ganz eigenen Duft, der eine Mischung aus Bier, Schweiß und Tierurin ist – ein olfaktorischer Ausdruck der Erinnerungen, die hier geschaffen wurden. Es ist kaum zu fassen, dass die Wurzeln des Circus Krone bis ins Jahr 1870 zurückreichen, als Carl Krone sen. und seine Frau eine Tiermenagerie gründeten. Seither hat sich hier viel getan, und die Geschichte des Circus Krone ist so bewegend wie ein Jongleur auf dem Drahtseil.

Die erste Vorstellung fand im Jahr 1905 statt, und nur wenige Jahre später, 1914, wurde der Name offiziell in „Circus Krone“ geändert. 1919 wurde das erste feste Gebäude auf dem Münchner Marsfeld errichtet, das Platz für rund 4000 Besucher bot. Ein wahres Schmuckstück, das schon bald zu einem der größten Versammlungsorte in München wurde. Witzigerweise war der Circus Krone in den 1920er Jahren auch Schauplatz politischer Kundgebungen, darunter die erste Großveranstaltung der NSDAP am 3. Februar 1921. Ein Ort, der sowohl für fröhliche Zirkusvorstellungen als auch für düstere politische Ereignisse genutzt wurde – das ist schon ein seltsames Spannungsfeld.

Ein Ort voller Erinnerungen

Die Atmosphäre im Krone-Bau ist einzigartig. Hinter der Bühne verbergen sich Stallungen und Käfige, die den Zauber des Zirkus lebendig halten. Hier treten nicht nur Zirkusartisten auf, sondern auch weltberühmte Künstler wie The Rolling Stones, The Beatles und Tina Turner. Was für ein Aufgebot! Muhammad Ali trainierte 1976 sogar zwei Wochen lang öffentlich in diesem ehrwürdigen Bau. Der Krone-Bau ist nicht nur ein Veranstaltungsort; er ist ein lebendiges Archiv der Erinnerungen vieler Münchner, die hier ihre Kindheitserlebnisse und unvergesslichen Konzertabende verknüpfen.

Die 1920er Jahre waren eine spannende Zeit für den Circus Krone. Er orientierte sich am amerikanischen Großzirkus-Modell und wurde zu einem der größten Zirkusunternehmen in Europa. 1924 wurde das Fassungsvermögen auf beeindruckende 8000 Sitzplätze erweitert. Doch die Schattenseite des Krone-Baus ist untrennbar mit der Geschichte der NSDAP verbunden. Die NSDAP nutzte den Krone-Bau als Hauptagitationsort. Adolf Hitler hielt hier seine berüchtigten Reden und rief am 30. Oktober 1923 sogar zu einer Volkserhebung auf. Ein düsteres Kapitel in der Geschichte eines Ortes, der eigentlich für Freude und Staunen stehen sollte.

Der Wiederaufbau und die heutige Nutzung

Nach dem Krieg, als das Gebäude 1944 durch alliierte Bomben zerstört wurde, erlebte der Circus Krone eine beeindruckende Auferstehung. Am 25. Dezember 1945 fand die erste Nachkriegspremiere im neu errichteten Haus statt. Und 1962 wurde der heutige Krone-Bau eingeweiht, der bis zu 3000 Sitzplätze bietet und das einzige dauerhaft genutzte Gebäude für Zirkusveranstaltungen in Deutschland ist. Im Sommer verwandelt sich der Bau in eine Konzert- und Eventhalle, bevor im Winter der Zirkus zurückkehrt. So wird der Krone-Bau das ganze Jahr über lebendig gehalten – ein wahrhaftiger Ort der Unterhaltung.

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Es ist verblüffend, wie dieser Ort, der einst eine Menagerie war, sich im Laufe der Zeit gewandelt hat. Von einer Wandermenagerie über die großen politischen Versammlungen bis hin zu den spektakulären Shows und Konzerten – die Geschichte des Circus Krone ist ein bunter Teppich voller Geschichten und Erinnerungen, der das Herzstück Münchens bildet. Wer einmal die Atmosphäre dieses Ortes erlebt hat, wird sie nie wieder vergessen.