In der Münchner Gastronomie gibt es derzeit ordentlich Bewegung, denn das Oktoberfest steht vor der Tür und die Stadt ist in einer kleinen Zwickmühle. Alexander Egger, Wirt des kleinen Festzelts Münchner Stubn, hat seine Teilnahme an der Wiesn überraschend abgesagt. Er ließ die Frist zur Einreichung des Vertrags verstreichen, die am 3. Juli endete. Das wirft Fragen auf, denn das Oktoberfest beginnt bereits am 19. September. Eine echte Herausforderung für die Stadt, die jetzt schnell einen Ersatz finden muss!

Doch es gibt Hoffnung: Klaus Bartl, Betreiber des Campingplatzes Thalkirchen und Wirt des „Almwirt“ in Haar, hat bereits signalisiert, dass er bereit sei, den kurzfristig freigewordenen Platz auf der Wiesn zu übernehmen. Er hat sogar schon einen Namen für sein Zelt – „Bartls Flößerstadl“. Das klingt nach einer spannenden Idee, auch wenn er von der Stadt noch nicht offiziell kontaktiert wurde. Man darf gespannt sein, wie sich das entwickeln wird.

Ein Novum in der Wiesngeschichte

Was die Situation noch interessanter macht: Es ist ein Novum in der Geschichte des Oktoberfests, dass ein Bewerber so kurzfristig abspringt. Wiesn-Stadträtin Anja Berger zeigt sich optimistisch, dass die Stadt schnell einen Nachfolger finden kann. Aber CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl macht darauf aufmerksam, dass der kurzfristige Aufbau eines Zeltes auch seine eigenen Herausforderungen mit sich bringt.

Die Probleme rund um die Vergabe der Zelte sind nicht neu. Egger hat sich in der Vergangenheit um andere Zelte beworben, darunter das beliebte Schützenlisl-Zelt, und klagt gegen die Absagen. Er fordert eine Überprüfung der Vergaberegeln für große Festzelte und hat dazu einen Antrag bei der Regierung von Oberbayern eingereicht. Sollte dieser Erfolg haben, könnte das die Zeltvergabe revolutionieren. Momentan vergibt die Stadt München die Zelte nach einem eigenen Punktesystem, was zu einer gewissen Ungerechtigkeit führen kann.

Die Zukunft der Wiesn-Zeltvergabe

Wenn der Antrag von Egger durchkommt, könnte das bedeuten, dass die Vergabe nach EU-Recht geregelt wird, was eine europaweite Ausschreibung der Standplätze zur Folge hätte. Dies könnte nicht nur die Vergabepolitik aufmischen, sondern auch die Bierpreise senken – ein Thema, das viele Münchner bewegt. In der Branche gibt es allerdings Bedenken, dass auswärtige Wirte die Zelte übernehmen könnten, was möglicherweise die Bierauswahl verändern würde.

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Inmitten dieser Turbulenzen bleibt die Stadt München gelassen. Sie sieht keine Gefahr für das Oktoberfest und verweist auf frühere gerichtliche Bestätigungen des Bewerbungsverfahrens. Christian Schottenhamel, Wirt der Schottenhamel-Festhalle, äußert sich skeptisch über Eggers Qualifikation und erwartet, sich bei der Punktebewertung durchzusetzen. Die kommenden Wochen versprechen also spannend zu werden für alle Beteiligten!