Alarmstufe Wildtier: Münchens Tierheim kämpft gegen die Überlastung durch Klimawandel und Artensterben
Heute ist der 16.07.2026 und hier in Trudering-Riem gibt es wirklich ernstzunehmende Neuigkeiten aus dem Münchner Tierheim. Kurt Perlinger vom Münchner Tierschutzverein schlägt Alarm. Die Wildtierstation des Tierheims, die einzige professionell betriebene in Süddeutschland, ist überlastet. Immer mehr Wildtiere benötigen Hilfe, während die öffentlichen Strukturen einfach nicht mitwachsen. Aktuell werden rund 400 Wildtiere versorgt, und das ist noch nicht alles! Im Juni 2026 allein wurden 335 Wild- und Wasservögel, 50 Igel und Marder sowie 40 Tauben aufgenommen. Man könnte fast meinen, das Tierheim verwandelt sich in eine Wildtier-Oase.
Doch der Alarmruf hat einen ernsten Hintergrund. Der Anstieg der Tiere in Not hängt eng zusammen mit dem Klimawandel, der Flächenversiegelung und dem Rückgang des Nahrungsangebots durch das Insektensterben. Die Lebensräume der Wildtiere werden immer mehr bedroht, und das ist ein echtes Problem für die Biodiversität. Es ist nicht nur bedauerlich, sondern auch ein Zeichen dafür, dass wir dringend etwas unternehmen müssen. Der Tierschutzverein fordert daher den Ausbau der Wildtierversorgung in Bayern – das könnte durch neue Auffangstationen oder durch finanzielle Förderung bestehender Einrichtungen geschehen.
Ein Schrei nach Hilfe
Die Wildtierstation hat sogar schon Aufnahmestopps verhängt. Das zeigt, wie dramatisch die Situation ist. Und es ist nicht nur die Wildtierstation, die überlastet ist. Die Tierschützer setzen sich auch für das Wohl von Hunden ein, die auf der Liste der Bayerischen Kampfhundeverordnung stehen. Hohe Hundesteuern und strenge Haltungsauflagen erschweren die Vermittlung von Hunden enorm. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 7.073 Tiere versorgt, darunter 4.794 Wildtiere, 872 Kleintiere, 915 Katzen und 492 Hunde. Und nur 1.150 Tiere konnten vermittelt werden. Das ist nun wirklich nicht viel, wenn man bedenkt, wie viele pelzige Freunde ein Zuhause suchen.
Am 25. Juli 2026 findet ein Sommerfest im Tierheim München statt – von 11 bis 16 Uhr wird es Livemusik, ein Kinderprogramm und Verkaufsstände geben. Eine wunderbare Gelegenheit, die Tiere kennenzulernen und vielleicht das ein oder andere Herz zu gewinnen. Aber zurück zu den Wildtieren: Der Schutz dieser Tiere ist nicht nur für ihr Überleben wichtig, sondern auch für den Kampf gegen den Klimawandel.
Klimawandel und Wildtiere
Wusstest du, dass Tiere jährlich Milliarden von Tonnen Kohlendioxid binden? Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass die Wiederansiedlung von Arten zur Begrenzung der globalen Erwärmung beitragen kann. Der Schutz von Wildtieren könnte die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung in unseren Ökosystemen verbessern. Eine Untersuchung mit 15 Wissenschaftlern aus verschiedenen Ländern hat ergeben, dass durch den Schutz oder die Wiederherstellung bestimmter Tierpopulationen jährlich 6,41 Milliarden Tonnen Kohlendioxid zusätzlich gebunden werden könnten. Das ist fast die Menge, die benötigt wird, um das Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen! Es zeigt, wie wichtig Wildtiere für unsere Umwelt sind.
Wild lebende Tiere spielen eine entscheidende Rolle in der Interaktion mit der Umwelt. Sie steuern den Kohlenstoffkreislauf in verschiedenen Ökosystemen durch ihre natürlichen Verhaltensweisen. Der Rückgang von Tierpopulationen könnte unsere Ökosysteme von Kohlenstoffsenken zu Kohlenstoffquellen verwandeln, was mehr als besorgniserregend ist.
Widerstandsfähige Ökosysteme
Die Bundesregierung weiß um die Wichtigkeit widerstandsfähiger Ökosysteme im Kampf gegen den Klimawandel. Wälder, Wiesen, Moore und Flüsse sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch essenziell für die Stabilität unserer Natur. Hohe Biodiversität erhöht die Resilienz der Ökosysteme gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels. Hier braucht es durchdachte Konzepte, um die Zukunft unserer Umwelt zu sichern. Die Forschung wächst, doch oft bleibt sie theoretisch, ohne dass konkrete Umsetzungsansätze im Naturschutz vorhanden sind.
Es ist klar, dass wir auf mehreren Ebenen ansetzen müssen. Die Wildtierstation in München ist nur ein Teil des Puzzles, aber sie spielt eine zentrale Rolle im Netzwerk des Tierschutzes und der Umweltbewahrung. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass diese Station nicht nur überlebt, sondern auch gedeiht. Und vielleicht – nur vielleicht – wird das Sommerfest im Tierheim ein kleiner Schritt in die richtige Richtung sein, um Bewusstsein zu schaffen und mehr Menschen für den Tierschutz zu gewinnen.
