Heute ist der 23.05.2026 und in der Altstadt-Lehel brodelt es ein bisschen. Die Grünen im Münchner Stadtrat haben einen Antrag eingebracht, der die Rosental- und Prälat-Zistl-Straße in eine Fußgängerzone verwandeln möchte. Ein ambitioniertes Vorhaben, das bereits Anfang Februar 2026 ins Rollen gebracht wurde. Und jetzt, wo das Mobilitätsreferat (MOR) darüber brütet, wird klar: Das Motto „Altstadt für alle“ könnte bald Realität werden.

Was sich nach einem Schritt in die richtige Richtung anhört, sorgt jedoch für reichlich Gesprächsstoff – und das nicht nur in den Cafés rund um den Sebastiansplatz. Die geplante Fußgängerzone soll bis zur Einfahrt zur Parkgarage Schrannenhalle reichen. Das klingt erstmal nach einem Traum für Spaziergänger und Radfahrer, die sich im Herzen Münchens ungestört bewegen wollen. Aber nicht alle sind begeistert von dieser Idee.

Die andere Perspektive

Marianne Reit, eine Anwohnerin mit Gehbehinderung, hat da ganz andere Sorgen. Sie ist auf ihr Auto angewiesen und fürchtet, dass die Umwandlung der Straßen die Versorgung der Bewohner der Altenwohnanlage am Sebastiansplatz erschwert. „Wie soll ich denn meine Einkäufe nach Hause bringen, wenn alles voll für Fußgänger ist?“, fragt sie, und man kann den Verzweiflungsfunken in ihrer Stimme fast hören. Momentan dürfen Lieferfahrzeuge bis 12:45 Uhr durchfahren – eine Regelung, die für viele Anwohner von großer Bedeutung ist.

Marianne kritisiert die Verkehrspolitik in München, die ihrer Meinung nach vor allem auf „fußgesunde“ Radfahrer fokussiert ist. Menschen mit anderen Behinderungen, wie eben ihr selbst, scheinen oft vergessen zu werden. Sie erzählt von ihren Schwierigkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln und hat sogar schon darüber nachgedacht, ihre Wohnung aufzugeben, um in einen Randbezirk zu ziehen – wo die Wege mit dem Auto machbar sind.

Ein Blick auf die Zukunft

Der Antrag der Grünen ist nicht nur ein politisches Manöver, sondern auch ein Zeichen für die veränderten Bedürfnisse der Stadtbewohner. Die Sanierung des Stadtmuseums, die bis 2030 dauern soll, hat bereits zu Verbesserungen für Rad- und Fußverkehr in der Umgebung geführt. Wenn das eine positive Wendung hat, könnte es ja vielleicht auch ein Umdenken im Mobilitätsreferat anstoßen. Wer weiß? Vielleicht sind die nächsten Schritte schon in Planung, um auch Menschen wie Marianne ein Stück Lebensqualität zurückzugeben.

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Ein bisschen Bewegung in der Stadtpolitik ist nie verkehrt – aber es muss auch Platz für alle geben! Ob es wirklich einen Ausgleich zwischen den Interessen der Fußgänger und derjenigen, die auf das Auto angewiesen sind, geben wird, bleibt abzuwarten. Hier wird sich in den kommenden Monaten sicher noch einiges tun. Eines ist klar: Die Münchner Altstadt steht vor einer spannenden – und herausfordernden – Zeit.