Im Herzen von München, genauer gesagt in der Altstadt-Lehel, schlägt das Herz der bayerischen Braukunst. Hier, in der legendären Hausnummer Im Tal 7, wird seit 1872 nach einem Originalrezept gebraut, das der Familie Schneider in die Wiege gelegt wurde. Elisabeth Stuefer, eine der treuen Seelen des Bräuhauses, ist seit 38 Jahren Teil dieser Tradition und kann mit Sicherheit sagen, dass das Bräuhaus mehr ist als nur ein Ort zum Essen und Trinken. Es ist ein Stück Heimat, ein Schmelztiegel der Kulturen und ein Ort, an dem Geschichten erzählt werden. Jeden Tag wird hier mit Hingabe und Leidenschaft gearbeitet – und das merkt man!
Markus Augstburger, der seit sechs Jahren als Wirt das Zepter schwingt, hat die Gegend schon lange im Herzen. Er kennt die Ecken und Winkel, die geheimen Plätze und die besten Plätze für ein kühles Weißbier. Und während draußen die Welt vorüberzieht, werden im Bräuhaus täglich 900 Knödel von Hand gefertigt. Das ist kein Kinderspiel! Und bei Anton Recht und Oliver Breitsprecher, die ganze Tiere zerlegen, wird die Philosophie „Nose to tail“ praktiziert. Hier wird nichts verschwendet, und es gibt traditionelle bayerische Gerichte, die selbst die wählerischsten Gaumen erfreuen – von Schweinenieren über Kalbslüngerl bis hin zu herzhaften Knödeln.
Ein Stück bayerische Geschichte
Was viele nicht wissen: Georg Schneider I. hat hier das erste „bürgerliche Weissbier“ gebraut, das zuvor nur dem Adel vorbehalten war. Eine Revolution in der Bierwelt! Und das Sortiment hat sich seitdem weiterentwickelt. Das TAP 7 Original, das Kernprodukt der Brauerei, ist mittlerweile das meistverkaufte Produkt und trägt stolz die Geschichte von 1872 in sich. Die Umbenennung des Sortiments im Jahr 2009 hat dazu beigetragen, auch andere feine Biere ins Rampenlicht zu rücken – von der Hellen Weisse bis hin zur Festweisse, die bis dahin nur in den USA erhältlich war.
Die Brauerei hat sich nie auf ihren Lorbeeren ausgeruht. Im Jahr 2020 kam Schneider’s Helles als neues untergäriges Helles dazu, und seit 2022 gibt es sogar ein gemeinsames Projekt mit der Band LaBrassBanda: das LoveBeer, ein erfrischendes Weißbier mit fruchtigen Geschmacksnoten. Und wer den kräftigen Aventinus Eisbock probiert, muss sich darauf einstellen, dass dieser auch zur Herstellung des Aventinus Edelbrands verwendet wird – ein Hochgenuss für die Liebhaber von starken Spirituosen.
Ein Ort für alle
Das Bräuhaus zieht nicht nur die Münchner an, sondern auch Gäste aus aller Welt. Hier trifft sich alles, was das Leben ausmacht – Touristen, Einheimische, Jung und Alt. Und während die einen das Bier genießen, schwelgen die anderen in Erinnerungen. Elisabeth Stuefer erinnert sich an ihre Anfänge im Bräuhaus, an die regelmäßigen Arbeitszeiten und an die herzliche Atmosphäre, die es hier immer gab. Es ist ein Ort, an dem man gerne verweilt, um sich mit Freunden zu treffen oder einfach nur ein gutes Essen zu genießen.
So bleibt das Bräuhaus auch in Zukunft ein wichtiger Teil der Münchner Kultur. Mit Georg VII. an der Spitze, der 2025 die Leitung übernahm, wird diese Tradition fortgeführt. Und während die Welt sich verändert, bleibt die Liebe zum Handwerk und die Leidenschaft für gutes Essen und Trinken hier im Bräuhaus unverändert. In einer Stadt, die sich ständig neu erfindet, bleibt das Bräuhaus ein fester Anker, ein Ort voller Geschichte und Geschmack – und das ist einfach nur geil!