In München, genauer gesagt im Herzen von Altstadt-Lehel, gibt es Menschen, die sich in den Dienst anderer stellen – und das auf eine Art und Weise, die tief berührt. Rahim Pfaff ist einer von ihnen. Als ehrenamtlicher Hospizbegleiter bringt er Licht in die Dunkelheit, die der Tod manchmal mit sich bringt. Seit rund fünf Jahren begleitet er sterbende Menschen, sei es in Palliativstationen, Altenheimen oder einfach in ihren eigenen vier Wänden. Seine Aufgabe? Den Patienten die letzten Wünsche zu erfüllen, die sie oft nicht mehr aussprechen können. Ob es darum geht, ein kühles Bier zu genießen oder den vertrauten Geruch einer Zigarette zu riechen – Pfaff macht das Unmögliche möglich.

Mit einer bemerkenswerten Empathie und einem offenen Ohr geht er auf die individuellen Bedürfnisse seiner Patienten ein. Der Tod seiner Mutter an Krebs war für ihn der Wendepunkt, der ihn dazu bewogen hat, sich in der Sterbebegleitung zu engagieren. Der Umgang mit dem Tod hat sich für ihn durch diese Tätigkeit grundlegend verändert. Er selbst sagt, dass er durch die Unterstützung, die er den Menschen bietet, Freude und Glück empfindet – eine Art von Glück, die nicht alltäglich ist.

Ein starkes Netzwerk

Rahim ist Mitglied des Hospizdienstes DaSein e.V. München, einem Verein, der 1991 ins Leben gerufen wurde, um schwer erkrankte Menschen und ihre Angehörigen in der letzten Lebensphase zu unterstützen. Die ehrenamtlichen Hospizbegleiter, zu denen auch Pfaff gehört, erhalten eine fundierte Ausbildung in zwei Seminaren, die sie auf die besonderen Herausforderungen dieser Aufgabe vorbereiten. Dabei ist der Verein auf Spenden angewiesen, denn nicht alle benötigten Leistungen werden durch öffentliche Gelder gedeckt. Es ist eine traurige Wahrheit, dass die Unterstützung, die so dringend benötigt wird, oft von der finanziellen Situation abhängt.

Pfaff spricht sechs Sprachen: Arabisch, Französisch, Englisch, Deutsch, Italienisch und Gebärdensprache. Diese Fähigkeiten helfen ihm nicht nur, mit einer breiten Palette von Menschen zu kommunizieren, sondern auch, viele Menschen mit Migrationshintergrund begleiten zu können. Es ist beeindruckend, wie er sich in die Lebenswelt dieser Menschen hineinversetzt und ihnen in ihren letzten Momenten beisteht.

Ein Leben in Balance

Obwohl Rahim in der Welt der Sterbebegleitung eine so bedeutende Rolle spielt, hat er auch ein ganz normales Berufsleben in einer Kommunikationsagentur. Es ist diese Balance zwischen Beruf und ehrenamtlichem Engagement, die ihm die Möglichkeit gibt, seine Leidenschaft auszuleben und gleichzeitig für sich selbst zu sorgen. Auf TikTok hat er sich mit rund einer Million Followern eine beachtliche Community aufgebaut, in der er Songs in Gebärdensprache übersetzt. Das zeigt, wie vielfältig seine Talente sind und wie er diese nutzt, um Brücken zu bauen.

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Die Geschichten, die Pfaff erzählt, sind oft herzzerreißend, aber auch voller Hoffnung. Sie zeigen die Menschlichkeit in all ihren Facetten und erinnern uns daran, dass selbst in der dunkelsten Stunde Licht zu finden ist. In einer Welt, die oft von Hektik und Stress geprägt ist, ist es erfrischend zu sehen, wie jemand wie Rahim Pfaff den Mut hat, innezuhalten und echte Verbindung zu suchen – auch in den letzten Momenten des Lebens.