Münchens Immobilienkrise: Warum das Eigenheim für viele ein unerfüllter Traum bleibt
Immobilienpreise in München haben sich seit den letzten Jahren zu einem echten Gesprächsthema entwickelt. Wenn man denkt, man könnte sich in der bayerischen Hauptstadt ein Eigenheim leisten, wird schnell klar: Die Preise sind astronomisch! Im Frühjahr 2026 lag der Durchschnittspreis für ein Einfamilienhaus in München bei etwa 1,83 Millionen Euro. Das ist schon eine Hausnummer, oder? Zum Vergleich: In Rosenheim, einer charmanten Stadt im Alpenvorland mit 66.000 Einwohnern, kostet ein vergleichbares Haus fast 902.000 Euro weniger. Das lässt viele Münchner ins Grübeln kommen.
Der Immobilienmarkt in der Region ist ein spannendes Geflecht. Stephan Kippes, der Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts, hat einen Spezialreport veröffentlicht, der München, Augsburg, Ingolstadt und Rosenheim miteinander vergleicht. Diese vier Städte bilden einen gemeinsamen Immobilienmarkt, was die Entscheidung für viele Pendler beeinflusst. Tatsächlich pendeln aus Augsburg mittlerweile 11.000 Menschen nach München – ein Anstieg um 57% seit 2013! Auch aus Ingolstadt und Rosenheim sind es jeweils 3.600 und 3.300 Pendler, die täglich den Weg in die Großstadt auf sich nehmen.
Preise und Baugenehmigungen im Fokus
Die Mietnachfrage übersteigt in allen vier Städten das Angebot, besonders bei kleinen, bezahlbaren Wohnungen und familiengerechten Drei- und Vierzimmerwohnungen. In München kostet eine Eigentumswohnung im Frühjahr 2026 rund 7.800 Euro pro Quadratmeter. In Rosenheim sind die Preise 40 bis 45% niedriger und in Ingolstadt sogar 50% günstiger. Für den Preis eines Grundstücks in München könnte man sich locker drei Grundstücke in Augsburg, Ingolstadt und Rosenheim leisten. Ein Traum für viele, die sich nach mehr Platz sehnen.
Doch wie sieht es mit dem Neubau aus? Die Baugenehmigungen sind in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. München verzeichnete einen Rückgang von 25% im Jahr 2025, während es in Rosenheim sogar 26% waren. Augsburg hat mit einem Rückgang von 57% die Nase vorn – und nicht im positiven Sinne. In der Realität wurden in München 2025 nur drei neue Wohnungen pro 1.000 Einwohner fertiggestellt. Zum Vergleich: In Augsburg waren es vier. Das lässt einen schon etwas nachdenklich zurück, wenn man an die steigende Nachfrage denkt.
Baukosten und Preisindizes
Aber was steckt eigentlich hinter den Zahlen? Der Baupreisindex wird häufig fälschlicherweise mit dem Baukostenindex verwechselt. Das Statistische Bundesamt erklärt, dass der Baupreisindex die Entwicklung der Erzeuger-Verkaufspreise für das Baugewerbe widerspiegelt. Im Gegensatz dazu dokumentiert der Baukostenindex, wie viel Bauunternehmen für Material, Löhne und Ausrüstung ausgeben. Und genau diese Indizes sind für die Analyse der Baukonjunktur und der Immobilienpreise von großer Bedeutung.
Die amtliche Statistik veröffentlicht regelmäßig Preisindizes für verschiedene Bauleistungen. Diese Indizes sind nicht nur für die Immobilienbranche wichtig, sondern auch für makroökonomische Untersuchungen und die Analyse der Finanzstabilität. In den letzten Jahren hat sich das Angebot an Preisindizes für Wohnimmobilien in Deutschland enorm erweitert. Die unterschiedlichen Indizes variieren jedoch in Periodizität, Art und Detailgrad der Untergliederung, was sie zu einem komplexen, aber interessanten Thema macht.
So wird deutlich, dass der Immobilienmarkt in München und Umgebung ein dynamisches Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage darstellt. Ob man nun selbst ein Haus kaufen möchte oder einfach nur neugierig auf die Entwicklungen ist – eines steht fest: Die Preise werden auch künftig ein heißes Thema bleiben.
