Heute ist der 27.06.2026, und während die Sonne über München strahlt und die Temperaturen gefühlt ins Unendliche klettern, könnte man denken, ein Verkehrsschild mit einer grünen Schneeflocke hat hier nichts verloren. Doch genau das ist der Fall! Ein solches Schild hängt tatsächlich in der Stadt und sorgt für einige Fragen. Ein neues Verkehrsschild, das Teil eines Pilotprojekts ist, zeigt, dass der Winterdienst auf Radwegen ernst genommen wird – auch wenn das Wetter gerade alles andere als winterlich ist.

Dieses Schild mit der Schneeflockenzeichnung und einem Häkchen richtet sich an die Fahrradfahrerinnen und signalisiert, dass die Radwege im Winter geräumt werden. Ja, das klingt vielleicht etwas skurril, besonders wenn man sich fragt, warum man im Hochsommer an einen Winterdienst erinnert wird. Aber der Pilotversuch hat einen ernsten Hintergrund: Der Fahrradverkehr in München nimmt auch in der kalten Jahreszeit zu, und die Stadt möchte dafür sorgen, dass die Radwege nicht zur Rutschpartie werden. Im Winter 2023/2024 wurden sieben stark frequentierte Fahrradstraßen ausgewählt, um die Effektivität von Feuchtsalz und Sole bei der Schneeräumung zu testen.

Ein Schild, das bleibt

Witzigerweise bleibt das Schild das ganze Jahr über hängen – selbst im Mai wurde es bereits gesichtet! Das Piktogramm ist kein offizielles Verkehrszeichen gemäß StVO, was der Bedeutung jedoch keinen Abbruch tut. Manchmal wird es unter dem Schild „Fahrradstraße“ angebracht, aber seien wir ehrlich: Das kann man recht leicht übersehen. Die Umfrage des ADFC München aus 2023 zeigt, dass über 86 % der Teilnehmenden die Qualität der Räumung als schlecht oder sehr schlecht bewerteten. Das wirft natürlich die Frage auf, ob das Schild tatsächlich etwas bewirken kann.

Ein weiterer Aspekt ist der Einsatz von Sole statt Splitt. Das klingt nach einem umweltfreundlicheren Ansatz, doch der Schutz der Pflanzen in der Nähe der Radwege schränkt diesen Einsatz ein. Wie viel der Winterdienst auf den Teststrecken kosten wird, steht noch in den Sternen. Eine finale Auswertung wird später erfolgen, und bis dahin bleibt abzuwarten, ob das grüne Schneeflocken-Schild wirklich ein Schritt in die richtige Richtung ist.

Räum- und Streupflichten

Die Situation auf Münchens Radwegen ist nicht nur eine Frage der Sichtbarkeit von Schildern, sondern auch eine rechtliche Angelegenheit. Die Räum- und Streupflichten für Fahrradwege sind gleichwertig zu den Pflichten für den Kfz-Verkehr. Innerhalb geschlossener Ortschaften müssen verkehrswichtige und gefährliche Stellen bei Glätte geräumt und gestreut werden. Das bedeutet, dass die Kommunen auch auf gemeinsamen Fuß- und Radwegen aktiv werden müssen, selbst wenn diese nur für den Fußverkehr von Bedeutung sind. Radfahrende können sich auf die Erfüllung dieser Pflichten verlassen, auch wenn der Radverkehr nicht die Hauptrolle spielt.

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Was passiert jedoch, wenn Radfahrende bei Glätte auf die Straße ausweichen müssen? Nun, dafür gibt es keine erhöhten Winterdienstpflichten. Das könnte sich als problematisch erweisen, wenn man bedenkt, dass unbefestigte Radwege bei Frost Spurrillen bilden, die das Fahren erschweren. Die Kommunen sind nicht verpflichtet, diese vor dem Streuen mit Splitt zu glätten. Das führt uns zurück zu der Frage, wie gut die neuen Maßnahmen des Pilotprojekts wirklich umgesetzt werden können.

Ein Blick auf das grüne Schneeflocken-Schild mag also auf den ersten Blick absurd wirken, doch die Intention dahinter ist ernst zu nehmen. Während die Temperaturen steigen und die Radlerinnen sich auf die fröhlichen Fahrten durch die Stadt freuen, bleibt das Schild als stummer Zeuge für die Herausforderungen, die der Winter mit sich bringen kann. Ob die Maßnahmen des Pilotprojekts in der kalten Jahreszeit effizient umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Eins ist jedoch sicher: Die Diskussion über den Winterdienst auf Radwegen in München ist damit neu entfacht!