Es war ein ruhiger Mittwoch, der 15. Juli, als sich am St.-Quirin-Platz in Untergiesing ein Unfall ereignete, der für viele, die das Geschehen mitverfolgten, alles andere als ruhig war. Gegen 15:30 Uhr war ein 77-jähriger Mann, ganz in Gedanken versunken, mit seinem VW auf der Tegernseer Landstraße unterwegs, als er an der Kreuzung nach rechts abbiegen wollte. Gleichzeitig hatte eine 57-jährige Radfahrerin nicht viel später die Kreuzung auf dem Radweg überquert – beide fuhren bei Grünlicht in den Kreuzungsbereich. Fast hätte es zu einem direkten Zusammenstoß kommen können! Doch der Autofahrer bremste in letzter Sekunde. Ein Glück, könnte man meinen, doch die Radfahrerin war gezwungen, auszuweichen und stürzte. Der Rettungsdienst war schnell zur Stelle und brachte die verletzte Frau in ein Krankenhaus. Der Schreck saß tief, und während die Polizei die Unfallaufnahme durchführte, kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Solche Vorfälle sind nicht nur Einzelfälle, sondern scheinen in München leider an der Tagesordnung zu sein. Nur wenige Stunden nach dem Unfall in Untergiesing ereignete sich am selben Tag gegen 17:15 Uhr ein weiterer schwerer Vorfall. Auf dem Bavariaring wollte ein 38-jähriger Autofahrer, der aus Nordrhein-Westfalen kam, an der Einmündung zur Beethovenstraße geradeaus weiterfahren. Zur gleichen Zeit war eine 42-jährige Frau aus dem Landkreis München mit ihrem Rennrad auf der Beethovenstraße unterwegs und wollte ebenfalls abbiegen. Doch der Pkw-Fahrer nahm ihr die Vorfahrt. Das Ergebnis war verheerend: Die Rennradlerin erlitt schwerste Verletzungen, darunter einen offenen Schädelbruch und mehrere Frakturen. Sie wurde nach der Erstversorgung vor Ort ins Krankenhaus gebracht, während der Fahrer und seine Kinder unverletzt blieben. An den Fahrzeugen entstand ein Sachschaden im niedrigen fünfstelligen Bereich – ein teurer Preis für einen Moment der Unachtsamkeit.

Eine besorgniserregende Tendenz

Die Statistik spricht für sich: Laut dem Statistischen Bundesamt starben im Jahr 2024 insgesamt 441 Radfahrer im Straßenverkehr – ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, auch wenn es 33 weniger waren als 2023. Jedes sechste Todesopfer war mit dem Fahrrad unterwegs. Die Zahlen sind alarmierend, insbesondere wenn man bedenkt, dass Autofahrer in 75,3 Prozent der Unfälle die Hauptschuld trugen. Besonders gefährdet sind Senioren: Nahezu zwei Drittel der tödlich verletzten Radfahrer gehörten zur Altersgruppe der über 65-Jährigen. Diese Zahlen sind nicht nur Statistiken, sie stehen für Menschen, die an einem schönen Tag ihr Rad besteigen, um die Freiheit zu genießen, und plötzlich in eine gefährliche Situation geraten.

Insgesamt gab es am Montag in München mehrere Unfälle mit Radfahrern, bei denen Personen verletzt wurden. Ein weiterer Vorfall in Schwabing ereignete sich bereits am Vormittag, als ein unbekannter Radfahrer, der verbotswidrig auf dem Gehweg fuhr, mit einer über 80-jährigen Frau zusammenstieß. Sie zog sich leichte Verletzungen zu, während der Radfahrer sich unerlaubt von der Unfallstelle entfernte. Solche Vorfälle werfen Fragen auf – wie sicher ist es wirklich, mit dem Rad in der Stadt unterwegs zu sein? Das Bewusstsein für die Sicherheit im Straßenverkehr muss unbedingt geschärft werden, damit solche Unfälle in Zukunft vermieden werden können.