München gedenkt der Opfer: Ein Zeichen gegen das Vergessen
Am heutigen Tag, dem 17. Juli 2026, hat München einen bedeutsamen Schritt in Richtung Erinnerung und Gedenken gemacht. Im Durchgang zum Prunkhof des Rathauses wurde eine Gedenktafel für die neun Opfer des schrecklichen Anschlags im Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) enthüllt. Es ist ein Tag, der die Herzen schwer macht und gleichzeitig die Hoffnung in sich trägt, dass solche Taten nie wieder geschehen.
Der tragische Vorfall, der sich am 22. Juli 2016 ereignete, führte dazu, dass ein 18-Jähriger aus rassistischen Motiven neun Menschen, hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene, das Leben nahm. Bei der Enthüllung der Tafel waren Angehörige der Opfer sowie viele prominente Gesichter aus der Politik, darunter Oberbürgermeister Dominik Krause und Bürgermeisterin Mona Fuchs, anwesend. Gemeinsam gedachten sie der Ermordeten: Armela Segashi, Can Leyla, Dijamant Zabërgja, Guiliano Kollmann, Hüseyin Dayıcık, Roberto Rafael, Sabine Sulaj, Selçuk Kılıç und Sevda Dağ. Fünf weitere Personen wurden bei diesem feigen Anschlag schwer verletzt.
Ein Zeichen gegen das Vergessen
Diese Tafel soll nicht nur an die Opfer erinnern, sondern auch an das rassistische Motiv und den rechtsterroristischen Charakter der Tat appellieren. Oberbürgermeister Krause betonte, wie wichtig es ist, solche Erinnerungen aufrechtzuerhalten, um gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu kämpfen. Kulturreferent Marek Wiechers hob die Bedeutung der Erinnerungskultur hervor – es ist ein Zeichen, dass wir die Vergangenheit nicht vergessen dürfen.
Die Gedenkveranstaltung, die am 22. Juli 2026 um 16 Uhr am Denkmal „Für Euch“ an der Hanauer Straße stattfinden wird, verspricht nicht nur eine bewegende Ansprache von Angehörigen, sondern auch von hochrangigen Politikern wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Es ist ein Moment, der die Gemeinschaft zusammenführt und die Stimmen der Trauer und des Kampfes für Gerechtigkeit vereint.
Die Stimmen der Angehörigen
Die Angehörigen der Opfer haben immer wieder die vollständige Aufklärung der Taten gefordert und die Nachlässigkeit der Behörden kritisiert. Sibel Leyla, die Mutter von Can, hebt hervor, wie wichtig es ist, den Fall und ähnliche Vorfälle aufzuklären. Die Diskussion um die korrekte Bezeichnung des Anschlags ist ebenfalls entbrannt; viele Familien betonen, dass es sich hierbei nicht um einen „Amoklauf“, sondern um rechten Terror handelt. Man fragt sich, wie oft wir noch solche Debatten führen müssen, um die Realität zu erkennen.
Die Forderungen nach mehr Ermittlungen zu den rechten Netzwerken, in die der Täter verwickelt war, werden lauter. Erst drei Jahre nach dem Anschlag wurde die rechtsextreme Motivation des Täters offiziell anerkannt. Es gibt viel zu tun, und die Zeit drängt. Münchens zweiter Bürgermeister Dominik Krause äußerte die Hoffnung, dass die versprochenen Maßnahmen zur Unterstützung der Opferfamilien bald umgesetzt werden.
Ein bleibendes Zeichen
Ein Gedenkraum im Stadtteil Moosach wurde eingerichtet, aber die versprochenen Stelen an den Gräbern der Ermordeten stehen noch aus. Gisela Kollmann, die Großmutter von Guiliano, fordert eindringlich Taten statt Worte – ein Gefühl, das viele auf der Seele haben. Der Antrag der demokratischen Stadtratsfraktionen für eine weitere Gedenktafel im Rathaus, die neben der für die Opfer des Oktoberfestattentats von 1980 stehen soll, ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. München hat nach dem Krieg die meisten Opfer von Rechtsterrorismus in Deutschland zu beklagen. Es ist an der Zeit, sichtbar an diese Menschen zu erinnern und das gesellschaftliche Bewusstsein gegen Gewalt, Hass und Rassismus zu stärken.
Die Stimmen der Überlebenden und Angehörigen sind nicht nur wichtig, sie sind unerlässlich. Hüseyin Bayri, ein Überlebender des Münchner Anschlags, betont die Notwendigkeit, die Geschichten der Opfer zu erzählen. Sie sind Teil unserer Gesellschaft, keine Gäste, wie Sibel Leyla treffend sagt. Es sind Geschichten, die gehört werden müssen, damit wir nicht nur die Tafel im Rathaus sehen, sondern auch die tiefen Wunden, die solche Taten hinterlassen.
