Die Anspannung war greifbar, als die Fußballerinnen von Bayer Leverkusen am letzten Spieltag in das entscheidende Duell gegen Werder Bremen gingen. Es war ein Moment der Hoffnung und des Zitterns – der Europapokal war in greifbare Nähe gerückt. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Nach einer unglücklichen 1:3-Niederlage musste Bayer die Träume von der internationalen Bühne begraben. Cornelia Kramer konnte mit ihrem Treffer in der 72. Minute die Sache nur bedingt retten, während der Rest des Spiels von verpassten Chancen und fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen geprägt war.
Trainer Roberto Pätzold war nach dem Spiel sichtlich unzufrieden. Er kritisierte die Schiedsrichterleistungen und die zahlreichen nicht gegebenen Fouls, die den Verlauf des Spiels beeinflussten. Bayer hatte das Spiel eigentlich im Griff – 21 Torschüsse, 4 Aluminiumtreffer und 18 Ecken sprachen für eine dominierende Leistung. Bremen hingegen kam mit nur sechs Abschlüssen zum Erfolg, was die Enttäuschung bei den Leverkusenerinnen umso größer machte. Gerüchte über den Abgang von sieben Spielerinnen, darunter die scheidende Torhüterin Friederike Repohl und Kristin Kögel, schwirrten bereits in der Luft. Es war ein Abschied, der die Mannschaft zusätzlich belastete.
Ein Rückblick auf die Vereinsgeschichte
Die Wurzeln des Frauenfußballs bei Bayer 04 reichen bis ins Jahr 2008 zurück, als die Frauenabteilung des TuS Köln rrh. übernommen wurde. Eine spannende Wendung für einen Verein, der sich im Laufe der Jahre einen Namen im deutschen Frauenfußball gemacht hat. Ursprünglich wurde die Abteilung von der SSG 09 Bergisch Gladbach gegründet, die in den 70er und 80er Jahren die deutsche Meisterschaft dominierte. Bayer 04 selbst hat die Frauenfußballabteilung in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt und spielte von 2010 bis 2017 in der ersten Liga. Nach einer kurzen Phase in der zweiten Bundesliga sind sie seit der Saison 2018/19 wieder erstklassig.
In der Saison 2020/21 feierten die Leverkusenerinnen ihre beste Platzierung mit dem 5. Rang. Aktuell sind sie gut aufgestellt und kämpfen unter Pätzold um die vorderen Plätze. Die aktuelle Saison scheint vielversprechend – mit 13 Siegen und 43 Punkten belegten sie in der Saison 2024/25 den vierten Platz. Ein starkes Zeichen, wie sich die Mannschaft kontinuierlich verbessert.
Der Weg in die Zukunft
Die kommende Zeit wird entscheidend sein. Pätzold, der die Trainingsintensität erhöht hat und frischen Wind in die Mannschaft brachte, wird als Schlüssel zum Erfolg angesehen. Das Team hat sich gut eingespielt, und auch der Zuspruch der Zuschauer wächst – im Durchschnitt über 1.000 Fans bei Heimspielen sind ein klarer Beweis dafür. Mit einer soliden finanziellen Basis von rund zwei Millionen Euro ist Bayer nicht unter dem gleichen Druck wie viele andere Vereine, was ihnen Spielraum für Entwicklungen gibt.
Die Atmosphäre im Verein ist voller Hoffnung, auch wenn die Enttäuschung über das verpasste Europapokal-Abenteuer noch spürbar ist. Es gibt Überlegungen, für wichtige Spiele in die BayArena umzuziehen, was die Ambitionen der Frauen unterstreicht. Und so bleibt die Frage, wie sich Bayer Leverkusen in der nächsten Saison schlagen wird. Träume sind erlaubt, und der Blick ist nach vorne gerichtet.