In München, der Heimat des TSV 1860, ist die Stimmung gedämpft. Der Traditionsverein hat erneut den bitteren Gang in die Regionalliga antreten müssen. Diese Entscheidung, die viele Fans schmerzlich getroffen hat, ist nicht aus heiterem Himmel gefallen. Vielmehr ist sie das Ergebnis von jahrelangen Konflikten und finanziellen Missständen, die vor allem mit dem alleinigen Eigentümer der Fanartikel-GmbH, Hasan Ismaik, zusammenhängen. Seit 15 Jahren ist Ismaik ein Teil des Klubs, und in dieser Zeit hat es nicht nur einen, sondern gleich zwei Zwangsabstiege gegeben. Ein echter Albtraum für alle Löwen-Anhänger.

Der unmittelbare Auslöser für den aktuellen Absturz war die Kündigung eines Millionen-Darlehens durch Ismaik, die dann auch zur frustrierenden Nichteinhaltung der Lizenzierungsfristen führte. Am 21. Mai musste der Verein, ohne den geforderten Finanznachweis, die DFB-Frist verstreichen lassen, was letztlich die Lizenz für die dritte Liga kostete. Herbert Bergmaier, der Vorsitzende des Aufsichtsrats, berichtete von zwei unvereinbaren Verträgen – einer für den e.V. und einer für Ismaiks HAM. Die Verhandlungen zwischen den Anwälten zogen sich bis tief in die Nacht und blieben ergebnislos. Wer hätte gedacht, dass es einmal so weit kommen könnte?

Ein Verein im Chaos

Die aktuelle Situation des TSV 1860 München ist alles andere als rosig. Spielerverträge sind nun wertlos, der Hauptsponsor hat sich ebenfalls zurückgezogen und das Image des Vereins ist ramponiert. Die Fans sind frustriert und das Wort „Insolvenz“ schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Verein. Es fehlt an einer klaren finanziellen Perspektive für die Regionalliga, und die Euphorie, die den Verein nach dem letzten Abstieg 2017 getragen hatte, ist schlichtweg nicht mehr vorhanden. Präsident Gernot Mang sieht die Misere sogar als „Chance für den Verein“, was nicht ganz unwidersprochen bleibt.

Ein weiterer interessanter Aspekt: Hasan Ismaik, der selbst in einer aktuellen Facebook-Nachricht eine „klare Vision“ fordert, war kürzlich mit seiner Merchandising-Firma am Münchner Flughafen aktiv und eröffnete einen neuen Fanshop. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hielt zur Eröffnung eine Grußbotschaft. Ein merkwürdiger Kontrast zu den ernsten finanziellen Schwierigkeiten, die den Verein plagen. Denn zur Lizenzierungsfrist für die dritte Liga fehlten plötzlich 2,7 Millionen Euro. Wenn diese Lücke nicht geschlossen wird, droht der Abstieg in die vierte Liga – und das wäre für einen Traditionsverein wie den TSV 1860 eine schmerzhafte Realität.

Ein Blick in die Zukunft

Die Situation ist so angespannt, dass die Geschäftsführung bereits auf einen Notbetrieb umgestellt hat. Geschäftsführer Manfred Paula plant, einen Kader für die Regionalliga Bayern aufzustellen. Gleichzeitig arbeiten sie mit Sachverständigen und Beratern im Insolvenzrecht zusammen, um einen möglichen wirtschaftlichen Kollaps abzuwenden. Ismaik besitzt 60 Prozent der Anteile am Klub – davon sind 49 Prozent stimmberechtigt. Das macht die Machtverhältnisse besonders fragil, und der lange Schatten der Machtkämpfe zwischen Ismaik und der Vereinsführung bleibt eine Belastung.

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Die Fans, die seit Jahren „Ohne Hasan!“ singen, haben genug von den ständigen Konflikten und der Unsicherheit. Die Enttäuschung über die Nichteinhaltung von Zusagen ist groß. Aber wo führt das alles hin? Die Zukunft des TSV 1860 ist ungewiss, und während die Anhänger auf einen Neuanfang hoffen, stellt sich die Frage, ob die Zusammenarbeit mit Ismaik nicht schon am Ende ist. Ein Neustart in der Regionalliga könnte sowohl Herausforderung als auch Chance sein, aber zunächst muss die finanzielle Basis gesichert werden. Es bleibt spannend, was die kommenden Wochen für den Traditionsverein bringen werden.