Bauchaos in Sendling: Anwohner wehren sich gegen Betonpläne in der Lindenschmitstraße
In Sendling brodelt es! Der Bezirksausschuss hat sich zusammengefunden und fordert mit Nachdruck die Rücknahme der Baugenehmigung für drei Stadthäuser im Hinterhof der Lindenschmitstraße 25. Dies ist nicht nur ein Streit um Beton und Ziegel, sondern auch um die Lebensqualität der Anwohner. Die Genehmigung wurde am 7. März 2025 erteilt, doch das Bauvorhaben steht seit November 2025 auf der Kippe – der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat es vorläufig gestoppt. Die Wogen schlagen hoch, und es bahnt sich ein echter Konflikt an.
Die Initiative zur Rücknahme ist nicht von ungefähr gekommen. BA-Chefin Tini Hesse von den Grünen, Florentine Schiemenz von der ÖDP und Louise Pehle von der SPD haben sich zusammengetan. Sie fanden Unterstützung bei der Umweltschutzorganisation Wildes Bayern, die sich vehement gegen die Pläne des Eigentümers stellt. Die Anwälte der betroffenen Anwohner werfen dem Eigentümer vor, dass er keinerlei Regressansprüche geltend machen kann. Das Gericht hat die Baugenehmigung als rechtswidrig beurteilt, mit dem klaren Hinweis, dass das Bauvorhaben nicht in die Eigenart der Umgebung passt und die Fällung von Bäumen unzulässig ist.
Ein Gerichtsurteil mit Folgen
Das Urteil des VGH ist nicht nur ein einfacher Beschluss – es ist ein klarer Fingerzeig. In einem Eilverfahren wurde die Genehmigung für das zusätzliche Wohngebäude hinter dem denkmalgeschützten Altbau an der Lindenschmitstraße 25 gekippt. Der Naturschutzverband Wildes Bayern hat mit seinem Verbandsklagerecht die Fällung von Bäumen und das gesamte Nachverdichtungsprojekt angegriffen. Der VGH hat deutlich gemacht: Geschützte Gehölze dürfen nur entfernt werden, wenn es auch einen Anspruch auf Genehmigung des Vorhabens gibt. Und genau diesen Anspruch sieht das Gericht nicht gegeben.
Die Stadt und die Lokalbaukommission scheinen zögerlich, eine Rücknahme der Baugenehmigung ist in Sicht, könnte aber teuer werden – fürchtet man. Ein Abwarten könnte zu hohen Prozesskosten führen, da das Verfahren wahrscheinlich verloren geht. Doch die Rücknahme würde nicht nur die Stadt vor finanziellen Verlusten bewahren, sondern auch die Anwohner von der psychischen Belastung befreien, die durch die Bedrohung ihrer Lebenswelt entsteht. Eine echte Win-Win-Situation, könnte man meinen!
Der Weg zu einer rechtssicheren Genehmigung
Für einen rechtssicheren Genehmigungsbescheid ist ein vollständiger Bauantrag notwendig. Dieser sollte idealerweise digital eingereicht werden. Wer das nicht kann oder will, hat auch die Möglichkeit, den Antrag in Papierform einzureichen. Die entsprechenden Adressen sind klar definiert – vom Referat für Stadtplanung und Bauordnung bis hin zu verschiedenen Einwurfstellen. Besondere Eile ist geboten, denn fristgebundene Anträge müssen in den Amtsbriefkasten der Stadt München am Marienplatz 8 eingeworfen werden.
Die Situation rund um die Lindenschmitstraße ist angespannt und ein gutes Beispiel dafür, wie Stadtentwicklung und Bürgerinteressen aufeinanderprallen können. Während die einen die Nachverdichtung vorantreiben möchten, kämpfen andere für den Erhalt ihres Lebensraumes und der Natur. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich diese Geschichte weiter entfaltet und ob die Stimmen der Anwohner letztendlich Gehör finden werden.
