Es gibt Geschichten, die sich wie ein roter Faden durch das Leben der Menschen ziehen. Und dann gibt es die von Joachim Hauslohner aus Puchheim, die eher wie ein schiefes Bild an der Wand hängt – nicht wirklich schön und voller Fragezeichen. Im Jahr 2021 wollte er einfach nur einen Glasfaseranschluss, um endlich ins schnelle Internet einzutauchen. Doch was folgte, war ein Wirbelsturm aus Problemen und Enttäuschungen, die sich über Jahre hinzogen.

Die Baufirma, die für die Installation verantwortlich war, bohrte ein Loch durch die Kellerwand, das – man kann es kaum fassen – alles andere als ordentlich verschlossen wurde. Joachim, der ursprünglich selbst Hand anlegen wollte, musste erleben, wie Teranet, die Firma hinter dem Anschluss, plötzlich den Ausbau stoppte. Der Grund? Ein Konkurrent war im gleichen Straßenzug aktiv. Und das, obwohl Teranet den Netzausbau in seiner Straße schon fest eingeplant hatte. Ein klassischer Fall von „und jetzt?“, würde man sagen.

Ein Pfusch und seine Folgen

Die Sache mit dem Loch wurde nicht nur zur ungeliebten Überraschung für Joachim, sondern auch zu einer potenziellen Gefahrenquelle. Ein zu dicker Bohrer hatte ganze Arbeit geleistet, und das Bohrloch wurde mit Silikon verschlossen – ein Material, das sich schnell von selbst verabschiedete. Joachim hat nun die Sorge, dass Wasser eindringen könnte, besonders wenn der Gröbenbach mal wieder Hochwasser führt. Teranet und die Muttergesellschaft GVG Glasfaser wiesen seine Bedenken jedoch mit einem Schulterzucken zurück und behaupteten, alles sei in Ordnung. Na denn!

Im März 2026 gab es dann plötzlich neue Nachrichten von Teranet: Die Glasfaser sollte durch das Leerrohr gezogen werden. Doch schon bald folgte die ernüchternde Mitteilung, dass der Netzausbau in der Straße eingestellt wird. „Wirtschaftlich nicht sinnvoll“, so die offizielle Antwort. Das ist schon bitter, wenn man bedenkt, dass andere in Puchheim bereits von Highspeed-Internet profitieren.

Glasfaser für alle in Puchheim

Die Chancen für Joachim und seine Nachbarn sind noch nicht vertan. In Puchheim Ort nutzen bereits erste Kunden den Glasfaseranschluss, und die Tiefbauarbeiten sind abgeschlossen. Das bedeutet, dass die Glasfaserverlegung in Puchheim Süd bald starten kann. Auch Puchheim Nord wird nicht lange auf sich warten lassen. GVG Glasfaser hat sich zudem mit der Stadt Puchheim zusammengetan, um eine flächendeckende Versorgung mit FTTH-Anschlüssen (Fiber to the Home) zu gewährleisten. Das Gute daran? Der Ausbau erfolgt eigenwirtschaftlich, also ohne Fördermittel und ohne zusätzliche Belastung für die Stadt. Da fragt man sich: Warum nicht einfach überall so?

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Ein Blick in die digitale Zukunft

Doch was bedeutet das alles im großen Kontext? Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 eine flächendeckende Versorgung mit Glasfaseranschlüssen bis ins Haus zu erreichen – besonders wichtig für die Digitalisierung in ländlichen Räumen. Schließlich brauchen wir alle eine leistungsfähige digitale Infrastruktur, um im Zeitalter der Kommunikation nicht ins Hintertreffen zu geraten. Ein Dashboard zur Auswertung der Mobilfunk- und Breitbandversorgung bietet Einblicke, wo es hakt und wo es läuft. Wer hätte gedacht, dass wir einmal so viele Daten über unsere Verbindungen haben würden?

Ein interaktives Tool ermöglicht es, die Mobilfunk- und Breitbandversorgung auf einer Karte zu erkunden. Die Daten zeigen nicht nur, wo es schnell läuft, sondern auch wo noch Nachholbedarf ist. Man fragt sich: Wie lange müssen wir noch warten, bis auch die letzten weißen Flecken in Bayern verschwinden? Ein bisschen Geduld ist gefragt – und vielleicht auch ein wenig mehr Engagement von den Anbietern.