Heute ist der 5. Juni 2026, ein Tag, der in München ganz im Zeichen des Wandels steht. Franziska Inselkammer, die seit 2023 als das charmante „Münchner Kindl“ die Stadt repräsentierte, schließt ihr Kapitel und übergibt das Zepter an ihre Nachfolgerin, Sina Hochreiter. Es ist ein Abschied, der bittersüße Gefühle hervorruft, denn die Amtszeit von Franziska war nicht nur eine Pflicht, sondern auch eine persönliche Reise. Geboren im Jahr 2003, wuchs sie mit bayerischem Brauchtum auf. Schon mit vier Jahren träumte sie davon, einmal das Münchner Kindl zu sein – ein Wunsch, der sich erfüllte. Ihre Eltern, Peter und Katharina Inselkammer, führten das Armbrustschützenzelt, und so war der Weg in die Traditionen der Stadt vorgezeichnet.
Mit 10 Jahren trat sie dem Trachtenverein „Chiemgauer zu Minga“ bei und marschierte alle zwei Jahre beim Trachten- und Schützenzug mit. Ein Bild, das besonders in Erinnerung bleibt, zeigt sie auf einem Pferd vor dem Armbrustschützenzelt – ein Moment, der festhält, wie eng sie mit der Tradition verwoben ist. Diese persönlichen Erinnerungen sind zwar nicht veröffentlicht worden, doch sie erzählen von einer Leidenschaft, die in ihr brennt. Und das Blog „wiesnwithzissi“, das sie führt, lässt uns an ihren modischen Highlights der Wiesn teilhaben.
Ein neuer Anfang mit Sina Hochreiter
Die neue Botschafterin der Stadt, Sina Hochreiter, wird am heutigen Tag feierlich vorgestellt. Ihre Familie betreibt das Wiesnzelt „Haxnbraterei“, und damit bringt sie frischen Wind in die Tradition des Münchner Kindls. Ab jetzt wird sie die Stadt bei verschiedenen Anlässen repräsentieren und wird sicherlich ebenso viel Freude daran haben, wie Franziska. Der Übergang zwischen den beiden Frauen könnte nicht fließender sein, und es bleibt abzuwarten, welche Spuren Sina in ihrer Amtszeit hinterlassen wird.
Franziska, die bereits in der ZDF-Krimi-Serie „Die Chefin“ zu sehen sein wird, hat große Pläne. Nach ihrem Schauspielstudium in Wien will sie sich ganz auf ihre Karriere konzentrieren – ein mutiger Schritt! Und während sie das Münchner Kindl-Dasein hinter sich lässt, bleibt die Chronologie der Münchner Kindl lebendig. Seit 1938 – mit der ersten Amtsträgerin Ellis Kaut – haben unzählige Frauen die Ehre gehabt, in diese Rolle zu schlüpfen. Jetzt, in der Reihe von Franziska, folgt ab Juni 2026 das neue Kapitel mit Sina Hochreiter.
Das Oktoberfest: Ein Teil unserer Identität
Und was wäre München ohne sein Oktoberfest? Ursprünglich als Pferdesportveranstaltung gestartet, hat es sich über die Jahre zu einem der größten Volksfeste der Welt entwickelt. Mit über sechs Millionen Litern Bier, die während der Festlichkeiten fließen, und der unzähligen Menschen, die aus aller Welt anreisen, um die bayerische Tradition zu feiern, ist das Oktoberfest ein wahrer Magnet. Auch wenn es in der Vergangenheit mehr als 20 Mal wegen Kriegen oder Epidemien ausfallen musste – die letzten Male waren 2020 und 2021 aufgrund der Corona-Pandemie – bleibt es ein fester Bestandteil der Münchner Identität.
Die Tradition des „O’zapft is!“, das 1950 von Oberbürgermeister Wimmer nach 17 Schlägen ausgerufen wurde, um das erste Fass anzuzapfen, ist ein Beispiel für den tiefen kulturellen Wert des Festes. Das Münchner Kindl, das jährlich von der Spaten-Brauerei gestellte Pferd mit Prunkgeschirr und Damensattel, ist dabei ein wichtiger Teil der Feierlichkeiten. Wenn das Münchner Kindl auf seinem stolzen Ross „Hans“ neben Oberbürgermeister Dieter Reiter steht, wird die Verbindung zwischen Tradition und Moderne greifbar. Das ist München – ein Ort voller Geschichte, Leidenschaft und Gemeinschaft.