In der Fröttmaninger Heide, einem weitläufigen Naturschutzgebiet in München, bewegt sich einiges – allerdings nicht immer in der erhofften Geschwindigkeit. Die Entmunitionierung, ein Thema, das viele Münchner beschäftigt, zieht sich wie Kaugummi. Die Stadt hat mit finanziellen Engpässen zu kämpfen, weshalb die Arbeiten langsamer vorankommen als gewünscht. Bei einem Ortstermin soll nun mehr Klarheit geschaffen werden, denn die Bürger haben ein Recht darauf zu wissen, was in ihrem Naherholungsgebiet passiert. Schließlich handelt es sich um rund 22.000 Reste von Kampfmitteln, die im Boden der 800 Hektar großen Heide verborgen liegen. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Natur, sondern auch auf die Sicherheit der Menschen, die sich dort aufhalten möchten.

In einer Sitzung des Bezirksausschusses Schwabing-Freimann hat die Stadträtin Hanna Kokorsch von den Freien Wählern (FW) einen Antrag auf mehr Transparenz bezüglich der Entmunitionierungsmaßnahmen gestellt. Ihr Anliegen ist klar: Die Bürger sollen jährlich über den Stand der Arbeiten informiert werden. Das Betretungsverbot, das seit über zehn Jahren besteht, sorgt für Unmut. Verständlich, denn viele sehnen sich nach einem Zugang zu den bereits befreiten Flächen, die in der zweiten Jahreshälfte für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Aber das Ganze ist ein Drahtseilakt. Die Stadt muss dafür sorgen, dass die Finanzierung der Kampfmittelbeseitigung gesichert ist, wenn der Heideflächenverein die Kosten nicht tragen kann. Momentan sind die Forderungen von Kokorsch jedoch im Bezirksausschuss vorerst vertagt worden, was für einige Verwirrung sorgt. Hintergrund ist ein Angebot des Heideflächenvereins, eine erklärende Wegeführung durch die Heide anzubieten – doch ob das die Sorgen der Bürger ausräumt, bleibt fraglich.

Kampfmittelräumung startet bald

Das Warten hat bald ein Ende, denn ab dem 8. Dezember beginnen die Arbeiten zur Kampfmittelräumung im Naturschutzgebiet „Südliche Fröttmaninger Heide“. Experten schätzen, dass noch über 30 Tonnen Spreng- und Kampfmittel im Gebiet verborgen sind. Das klingt nicht nur nach einer Menge, sondern vor allem nach einer ernsten Bedrohung. Die Räumungsarbeiten werden voraussichtlich bis Februar andauern und bringen natürlich auch einige Unannehmlichkeiten mit sich: Zeitweise Wegsperrungen und kurzfristige Absperrungen einzelner Bereiche sind unvermeidlich. Für viele Spaziergänger und Naturfreunde bedeutet das, dass sie sich umorientieren müssen – eine mühsame, aber notwendige Maßnahme aus Sicherheitsgründen. Schließlich geht es um die Sicherheit der Menschen, die die Ruhe und Schönheit der Natur genießen wollen.

Die letzten größeren Räumungsaktionen fanden bereits in den Jahren 2010 und 2018/2019 statt, um Platz für das Heide-Haus und den Umweltbildungsbereich zu schaffen. Doch die Arbeit ist noch lange nicht getan. Nach Abschluss der Räumungsarbeiten stehen naturschutzfachliche Maßnahmen an. Ansaaten, Pflanzungen und der Bau von Schutzzäunen sind geplant, um die Artenvielfalt zu fördern und Rückzugsgebiete für gefährdete Arten zu schaffen. Die Hoffnung ist, dass die Fröttmaninger Heide bald nicht nur sicher, sondern auch wieder ein Ort der Begegnung mit der Natur wird. Schließlich hat die Natur ein Recht darauf, in ihrer vollen Pracht erblühen zu können.

Die Verantwortung für die Sicherheit

Kampfmittel in Böden und Gewässern bleiben ein drängendes Thema. Sie stellen nicht nur eine Gefahr dar, sondern auch eine große Herausforderung für die Verantwortlichen. Die Beseitigung von Kampfmitteln ist ein Thema von öffentlichem Interesse, das in der ganzen Republik behandelt wird. Besonders Bundesliegenschaften sind betroffen, aber auch andere Grundstücke müssen unter den Vorgaben des Allgemeinen Kriegsfolgengesetzes (AKG) aufgeräumt werden. Dabei ist der Bund in der Pflicht, ein einheitliches und wirtschaftliches Vorgehen bei der Kampfmittelräumung zu gewährleisten. Die Baufachlichen Richtlinien, die seit September 2018 gelten, sind ein Versuch, ein kostengünstiges und nachhaltiges Verfahren zu entwickeln. Zugänglich sind diese Informationen auf der Website der Leitstelle des Bundes für Kampfmittelräumung.

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In München warten die Bürger gespannt auf die bevorstehenden Entwicklungen in der Fröttmaninger Heide. Die Natur ruft, und vielleicht wird der Wandel bald nicht nur in Form von Berichten, sondern auch in blühenden Wiesen und einem sicheren Betreten des Gebiets sichtbar. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.