Radweg zwischen Grafing und Glonn: Vision oder Illusion?
Heute ist der 19.06.2026 und in Moosach tut sich was. Ein durchgängiger Radweg zwischen Grafing und Glonn, das klingt doch nach einer saftigen Erfrischung für alle Schüler, Pendler und Ausflügler! Man könnte fast meinen, die Idee hätte die Luft der Berge eingeatmet. Der alte Bahndamm, der bis 1971 als Eisenbahnstrecke diente, wird nun als mögliche Route ins Spiel gebracht. Doch wie so oft, wo Visionen blühen, sind auch die Herausforderungen nicht weit.
Die CSU- und FDP-Mitglieder forderten die Umwidmung dieser geschützten Strecke in einen Fahrradweg – doch die Regierung von Oberbayern hat diesem Vorschlag die kalte Schulter gezeigt. Sie hat zwar eingeräumt, dass eine Radverbindung zwischen Grafing und Glonn „ohne Zweifel wünschenswert“ wäre, doch der Weg dorthin ist noch steinig. Landrat Robert Niedergesäß (CSU) bringt frischen Wind in die Diskussion und sieht Chancen für einen Modellversuch einer Fahrradstraße auf bestehenden Verkehrswegen. Die Genehmigung für diesen Versuch steht aber noch aus, und auch die Auflagen für den Landkreis müssen erst geklärt werden.
Der große Straßen-Tausch
Und jetzt kommt die ganz große Wendung: Ein Tauschvertrag zwischen dem Freistaat Bayern und dem Landkreis Ebersberg sorgt für frischen Wind – oder vielleicht eher für frische Reifen? Die Staatsstraße 2351, die von Grafing über Moosach nach Glonn führt, wird zur Kreisstraße, während die Kreisstraße EBE 13 von Grafing über Bruck nach Moosach zur Staatsstraße wird. Klingt kompliziert, ist es auch – aber es soll helfen, eine Fahrradstraße zwischen Glonn und Moosach zu schaffen. Der Tausch betrifft insgesamt 11,2 Kilometer und 9,7 Kilometer, und tritt voraussichtlich zum Jahreswechsel 2025/2026 in Kraft. Da kommt man ins Schwitzen!
Allerdings gibt es auch skeptische Stimmen – gerade in Glonn und innerhalb der CSU-Fraktion im Kreistag. Man fragt sich, ob diese Pläne wirklich umsetzbar sind. Das Thema Verkehrsnutzung und mögliche Tempolimits (30 km/h könnten da auf dem Tisch liegen) stehen noch zur Debatte. Aber die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Aktuell rollen rund 6.100 Fahrzeuge pro Tag über die Kreisstraße, während die Staatsstraße nur von 1.150 Fahrzeugen frequentiert wird. Da könnte man sich schon fragen, wer hier das Sagen hat!
Ein Modellversuch mit vielen Fragen
Was den Modellversuch selbst angeht, ist die Diskussion über die zeitliche Ausgestaltung noch in der Schwebe. Ganzjährig oder nur saisonal? Da sind die Meinungen geteilt. Auch die exakte Ausgestaltung des Wegs und die Regelungen für Radfahrer müssen noch besprochen werden. Die Regierung hat zwar angedeutet, dass sie eine Förderung einer Fahrradzählstelle durch den Freistaat Bayern in Höhe von 500 Euro unterstützen könnte, aber das sind nur kleine Tropfen auf einen heißen Stein. Glonn zeigt sich eher aufgeschlossen für das Projekt, während Moosach eher skeptisch ist.
Es bleibt abzuwarten, wie es weitergeht. Niedergesäß betont die Notwendigkeit, das Projekt auszuprobieren, auch wenn es emotional diskutiert wird. Eine kontinuierliche Überprüfung der Verkehrsauswirkungen und der Nutzung durch Fahrradfahrer ist geplant. Vielleicht wird der Radweg zwischen Grafing und Glonn ja tatsächlich einmal ein vorbildliches Projekt in Bayern – angestoßen von den Grünen im Kreistag im Sommer 2024. Man darf gespannt sein!
