Heute ist der 12.07.2026 und in München brodelt es – und das nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen. Am Marienplatz steht das Galeria Kaufhof, das letzte Kaufhaus mit Vollsortiment und Lebensmittelabteilung in der Innenstadt, vor einer ungewissen Zukunft. Der Mietvertrag läuft Ende 2027 aus, und Insider sprechen von einer Verlängerung, die „mehr als unsicher“ ist. Das lässt die Herzen der Münchner Einkäufer und Flaneure höherschlagen – oder eher stocken.

Als umsatzstärkstes Galeria Kaufhof in Deutschland spielt dieser Standort eine Schlüsselrolle. Doch die Gespräche über eine mögliche Anschlussregelung scheinen festgefahren zu sein. Laut Berichten drängt Galeria auf eine Absenkung der Jahresmiete von rund sieben Millionen Euro, während die Eigentümer offenbar unterschiedliche Vorstellungen vom Weiterbetrieb der Filiale haben. Die Roman-Mayr-Haus Immobilienverwaltungs-GmbH, die den Mietvertrag mit dem Metro-Konzern verwaltet, steht im Zentrum dieser Konflikte. Es ist ein echtes Tauziehen.

Ein bedeutender Einschnitt für die Innenstadt

Die Schließung des Kaufhofs wäre nicht nur ein Verlust für die Münchner Innenstadt, sondern auch für all jene, die gerne durch die Gänge schlendern und die Vielfalt des Angebots genießen. In den letzten Jahren hat Galeria Kaufhof mehrfach Insolvenz angemeldet und sein Filialnetz verkleinert. Die Schließung der Filiale am Stachus im September 2022 nach 70 Jahren aufgrund der Signa-Pleite ist noch frisch in Erinnerung. Ein weiterer Verlust, der spürbar wäre.

Die Eigentümer, darunter die Doblinger-Unternehmensgruppe, die kürzlich 77 Prozent am Kaufhaus Ludwig Beck übernommen hat, könnten im Falle eines Auszugs von Galeria das Gebäude für andere Zwecke umgestalten, etwa für Büros oder Praxen. Der Grundstückswert des Galeria-Kaufhauses wird auf etwa 300 Millionen Euro geschätzt – ein verlockendes Objekt für mögliche neue Nutzungen. Doch was wäre das für ein Gewinn, wenn die Tradition und der Charme eines Kaufhauses verloren gehen?

Die Rolle der neuen Eigentümer

Die jüngste Übernahme durch ein Konsortium aus Bern Beetz und NRDC sollte eigentlich langfristige Stabilität bringen, doch ob das auch der Filiale am Marienplatz zugutekommt, bleibt fraglich. Die Gespräche zwischen den Eigentümern und Galeria sind derzeit von Schweigen geprägt. Offizielle Stellungnahmen sind bis dato nicht veröffentlicht worden, was die Unsicherheit nur noch verstärkt. Die Münchner stehen vor einer ungewissen Zukunft, während sie gespannt darauf warten, ob ihr geliebtes Kaufhaus weiterhin Teil des Stadtbildes bleibt.

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Die Innenstadt lebt von solchen Orten, die mehr sind als nur Geschäfte. Sie sind Treffpunkte, Erinnerungsorte und ein Teil unserer Kultur. Das Galeria Kaufhof am Marienplatz hat in den letzten Jahren viel erlebt und könnte bald vor einer Zäsur stehen – und damit eine ganze Stadt in einen neuen Wandel stürzen. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die Verantwortlichen einen Weg finden, diesen historischen Ort für die Zukunft zu bewahren.