In München gibt es momentan einen gewaltigen Aufschrei – und zwar über die Preise für Wasser in Restaurants. Ein Nutzer auf Reddit hat sich darüber ausgelassen, dass er für eine Flasche Wasser satte 8 EUR bezahlen musste. Das hat nicht nur ihn, sondern auch seine ausländischen Gäste auf die Palme gebracht. Die waren total baff, schließlich ist es in vielen EU-Ländern gängige Praxis, kostenloses Leitungswasser anzubieten. Da stellt sich die Frage: Warum ist das in München nicht der Fall? Der Nutzer fordert eine Reform, die es ermöglichen sollte, Wasser in Restaurants ohne zusätzliche Kosten zu bekommen. Und er ist nicht allein. Viele andere Reddit-Nutzer teilen seine Meinung und kritisieren die hohen Preise.
Dr. Thomas Geppert, der Landesgeschäftsführer des Dehoga Bayern, hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet. Er erklärt, dass es in Bayern keine Regelung für kostenloses Leitungswasser in Restaurants gibt. Die Preise, so Geppert, berücksichtigen auch die Kosten für Personal und Energie. Interessanterweise hat er auch erwähnt, dass die Kalkulation für einen leeren Teller in einem Restaurant bei 8,90 EUR liegt. Ein Blick über die Grenze zeigt, dass die Diskussion über Wasserpreise kein neues Thema ist. Bereits 2013 gab es Beschwerden über die hohen Preise in Münchner Lokalen.
Wasserpreise und europäische Gepflogenheiten
In vielen Ländern, wie Frankreich und Italien, ist es ganz normal, kostenloses Leitungswasser zu erhalten. In Deutschland hingegen gibt es kein gesetzliches Recht darauf. Die EU-Trinkwasserrichtlinie von 2020 empfiehlt zwar, Leitungswasser kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr anzubieten, verpflichtet die Gastronomie aber nicht dazu. Gastronomiebetriebe können die Bereitstellung von Leitungswasser ablehnen oder sogar eine Servicepauschale verlangen. Diese Tatsache sorgt natürlich für Verwirrung. Viele Restaurants bieten auf Nachfrage zwar kostenloses Wasser an, vor allem wenn bereits Essen bestellt wurde, doch das ist nicht überall der Fall.
Um höflich nach Wasser zu fragen, sollte man dies am besten gleich bei der Essensbestellung erwähnen. Das kann man auch mit einem charmanten Lächeln tun – das hilft oft. Die Umfragen zeigen, dass Gäste Restaurants bevorzugen, die entweder kostenloses oder zumindest günstiges Wasser anbieten. Es gibt sogar einige Betriebe, die bewusst auf Gratiswasser verzichten, was rechtlich zulässig ist. Oftmals stehen Wasserspender gegen eine kleine Gebühr zur Verfügung. Aber wer einmal umsonst nach Wasser fragt, kann schon mal unangenehme Erfahrungen machen, wenn die Bestellung ohne Essen nicht akzeptiert wird.
Ein Blick auf die europäische Trinkwasserrichtlinie
Die neue EU-Trinkwasserrichtlinie, die am 12. Januar 2021 in Kraft trat, wurde als Antwort auf die Bürgerinitiative Right2Water entwickelt. Diese Initiative sammelte über 1,8 Millionen Unterschriften und forderte einen besseren Zugang zu Trinkwasser. Die Richtlinie legt zwar fest, dass Restaurants Wasser gegen eine geringe Gebühr anbieten sollten, doch in Deutschland sind Gastronom:innen nicht verpflichtet, dies zu tun. Die Branche befürchtet, dass gesetzliche Regelungen zu Umsatzeinbußen führen könnten.
Insgesamt bleibt die Situation in München und Deutschland spannend. Die Debatte über die Wasserpreise in Restaurants zeigt, wie unterschiedlich die Gepflogenheiten in Europa sind. Die Münchner werden sich wohl weiterhin mit den Preisen arrangieren müssen, während die Diskussion um kostenloses Wasser in Restaurants sicherlich auch in Zukunft nicht verstummen wird.