Der Kaufhof am Rotkreuzplatz in Neuhausen steht vor einer ungewissen Zukunft. Die Nachricht, dass die Filiale geschlossen werden soll, hat nicht nur die Anwohner, sondern auch die Mitarbeiter in Aufregung versetzt. Am vergangenen Samstag versammelten sich deswegen mehrere Hundert Menschen vor dem Kaufhaus, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Unter ihnen waren viele ältere Damen und Herren, die auf die Bedeutung des Kaufhauses für ihre Nahversorgung hinwiesen. Besonders betroffen ist die Seniorin Karin Hillebrand-Tischler, die betont, dass viele ihrer Altersgenossen nicht mobil genug sind, um andere Einkaufsmöglichkeiten zu erreichen. Die Sorge um die 120 Arbeitsplätze ist ebenso groß.

Die Demonstration wurde unter anderem von den Sozialdemokraten aus Neuhausen organisiert. Über 2000 Menschen haben sich bereits mit ihrer Unterschrift für eine Petition gegen die Schließung stark gemacht. Diese Petition appelliert an die Betreiber und Eigentümer, ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Doch die Situation ist angespannt: Die aktuellen Eigentümer des Gebäudes, Bernd Beetz und Richard Baker, planen die Entwicklung von Wohnungen, Büros, Einzelhandel und einem Hotel an diesem Standort. Diese Pläne könnten das Kaufhaus in seiner jetzigen Form gefährden.

Die Pläne der Investoren

Die Galeria Karstadt Kaufhof hat in den letzten Jahren eine turbulente Geschichte durchlebt, mit drei Insolvenzen und immer wieder drohenden Schließungen. Die aktuellen Pläne sehen vor, dass das bestehende Warenhausgebäude zwar in den Untergeschossen und im Erdgeschoss erhalten bleibt, die Obergeschosse jedoch abgerissen und höher neu errichtet werden sollen. Ein kleines Hochhaus mit Büros und einem Hotel soll zum Rotkreuzplatz hin entstehen. Die Genehmigungsfähigkeit dieser Bauvorhaben wird von der Lokalbaukommission geprüft. Die Stadtgestaltungskommission soll außerdem eine Einschätzung zur Integration des Hochhauses in die Umgebung abgeben.

Die Betreiber von Galeria haben angekündigt, die Mietverträge für acht Standorte in Deutschland, einschließlich des Kaufhofs am Rotkreuzplatz, nachverhandeln zu wollen. Sollte keine Einigung mit den Vermietern erzielt werden, könnte dies zur Schließung der Filiale führen. Ein Abriss des Kaufhauses ist allerdings in den nächsten Monaten nicht zu erwarten, da das Bauvorhaben noch in einem frühen Stadium ist. In der Zwischenzeit warnte Galeria, dass ohne tragfähige Lösungen Schließungen möglich sind, was die Existenz vieler Mitarbeiter und die wirtschaftliche Struktur rund um den Rotkreuzplatz gefährden würde.

Die Zukunft des Kaufhofs

Die Anwohner haben klare Vorstellungen, wie sie ihren Kaufhof erhalten wollen. Auf der Kundgebung wurden Vorschläge geäußert, die Lokalbaukommission zu bitten, die Pläne der Investoren nicht zu genehmigen. Auch die Möglichkeit einer Denkmalschutzstellung des Gebäudes wurde diskutiert. Das Kaufhaus ist Teil des Lebens in Neuhausen – ein Ort, wo man sich trifft, wo man einkauft, wo man einfach da ist. Die Sorgen um die Schließung sind greifbar, und die Stimmung ist angespannt. Weitere Demonstrationen gegen die Schließung sind in den kommenden Wochen geplant. Die Frage bleibt: Wie weit sind die Anwohner bereit zu gehen, um ihren Kaufhof zu retten?

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